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Teachers Talk - Univ.Prof. Dr. Jesus Crespo Cuaresma

 

Univ.Prof. Dr. Jesus Crespo Cuaresma ist Professor für Volkswirtschaftslehre und leitet das Institut für Makroökonomie. Im Jahr 2017 gewann er den Preis für Innovative Lehre und schaffte es mit demselben Lehrdesign unter die Top 3 („shortlist“) des Ars Docendi- österreichischer Staatspreises für exzellente Lehre- der Kategorie „Forschungsbezogene Lehre“. In der Dezember-Ausgabe verrät er uns wie er Interaktion in den Hörsaal bringt, egal ob 20 oder 200 Studierende anwesend sind.

     

Was hat Ihnen selbst in Ihrer Lehr-Karriere am meisten weitergeholfen?
Seit Beginn meiner Lehrkarriere hilft mir meine Theaterausbildung, da sie mir wichtige Werkzeuge für das Unterrichten in die Hand gibt: Im Hörsaal zu stehen bedeutet, wie auch bei einer Theateraufführung, Inhalte auf das Publikum zu übertragen. Sowohl auf der Bühne als auch im Hörsaal muss man das Publikum mit Präsenz im Auftreten und über den Aufbau der Inhalte fesseln. Inhaltlich ist jede/r Lehrende auf die Lehrveranstaltung vorbereitet, wichtig es aber das Publikum für diese Inhalte zu begeistern. Als Tipp kann ich daher jede/m/r Lehrende/m/n empfehlen Theaterstunden zu nehmen.

Was macht für Sie gute Lehre aus?

Ich baue meine Lehrveranstaltungen auf dem Element der Interaktion auf, das heißt ich mache keine klassischen Frontalvorträge, sondern binde die Studierenden von Beginn an in den Unterricht ein. Um die Teilnehmer/innen zu aktivieren, stelle ich viele Fragen und lasse sie ihre Annahmen und Ideen erläutern. Dabei versuche ich eine Dialektik zu kreieren, in der die Studierenden ihre ersten Annahmen überprüfen und erkennen, dass diese oft falsch sind. Aus didaktischer Sicht begibt sich der/die Studierende durch die aktive Auseinandersetzung mit den Fragen in den Lernprozess.

Besonders wichtig ist mir, dass ich eine Atmosphäre schaffe, in welcher sich die Studierenden wohl fühlen und nicht davor zurück schrecken auch falsche Antworten zu geben oder ihre Annahmen auszuprobieren. Auf dem Kreieren dieser Atmosphäre baut der Verlauf einer guten Veranstaltung auf.

Bis zum Ende des Bachelor Studiums sind es die Studierenden gewohnt mit den Lehrenden in Interaktion zu treten. Allerdings ist es mir in meiner 17jährigen Lehrtätigkeit tatsächlich noch nie passiert, dass kein/e Studierende/r antwortet. Sobald ein/e Studierende/r mit mir in Austausch tritt ist das Eis gebrochen und auch die anderen werden aktiv.  

Was würden Sie in der Lehre gerne einmal ausprobieren?
Dies ist kein sehr realistisches Szenario, aber ich würde die Situation in einer gesamten Lehrveranstaltung gerne einmal umdrehen und die Studierenden eine eigne LV designen lassen. Der Rollentausch könnte gegenseitiges Verständnis mit sich bringen und die Studierenden könnten lernen wie viel Kreativität, Vorbereitung und Improvisation das Designen und Abhalten einer LV braucht.  

Was schätzen Sie als Forscher an der Lehre?
Während man in der Rolle des Forschers erst sehr viel später Erfolge erkennen kann (etwa weil es 2-3 Jahre dauert von der Konzeption eines Werkes bis es gelesen bzw. zitiert wird), sind die Auswirkungen der eigenen Lehre unmittelbar erkennbar. Die positiven Impulse, die man wöchentlich als Rückmeldung auf sein Tun erhält sind sehr bereichernd. Ich unterrichte jede Woche mit Freude und schätze die Balance zwischen Forschung und Lehre sehr an meinem Beruf.