Syllabus
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Familienunternehmen (FU) sind weltweit der am häufigsten anzutreffende Unternehmenstypus. Je nach Definition liegt ihr Anteil an der Unternehmenspopulation zwischen rund 50% und bis zu 95%. Sie zeichnen sich durch das (häufig über Generationen bestehende) Zusammenwirken der Systeme Familie und Unternehmen aus. Daraus ergeben sich Charakteristika von FU, die sich in spezifischen „Spielregeln“ niederschlagen und besondere Chancen aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Das Verstehen dieser „Spielregeln“ ist ein Schlüssel zum erfolgreichen Management von FU.
Besonders herausfordernd ist der Generationswechsel im Familienunternehmen. Zwischen 2025 und 2034 stehen in Österreich rund 52.500 Unternehmen (ohne Ein-Personen-Unternehmen) vor einer Übergabe. Das entspricht knapp 23 Prozent aller Arbeitgeberunternehmen und betrifft rund 705.000 Beschäftigte. Österreich befindet sich gleichzeitig mitten in einem tiefgreifenden demografischen Wandel, dadurch wird es immer schwieriger, geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Unternehmerfamilie - zu finden.
Vor diesem Hintergrund zielt der Vertiefungskurs der Spezialisierung auf das grundlegende Verständnis der Bedeutung der Nachfolge für den Wirtschaftsstandort sowie auf das Verständnis der rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und psychologischen Rahmenbedingungen bei Nachfolgeprozessen in FU ab. Dieses Verständnis wird auf Basis von etablierten theoretischen Sichtweisen und Konzepten aus der Literatur zur Nachfolge in FU erarbeitet, in Reflexionsarbeiten und Fallstudien angewendet sowie anhand von konkreten Beispielen von FU aus der Unternehmenspraxis in seinen Zusammenhängen hinterfragt und illustriert.
Nach Absolvierung des Kurses
- kennen die Teilnehmer:innen unterschiedliche Formen der Nachfolge, aber auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz von Nachfolgeprozessen in FU;
- wissen die Teilnehmer:innen über die wesentlichen Herausforderungen und Chancen von Nachfolgeprozessen in FU Bescheid und können diese bei der Bewertung von Managemententscheidungen in FU berücksichtigen;
- kennen die Teilnehmer:innen die wesentlichen Phasen im Nachfolgeprozess von FU und die jeweils damit verbundenen Chancen und Herausforderungen;
- kennen die Teilnehmer:innen die wesentlichen Themen von Unternehmerfamilien im Generationswechsel und deren Herausforderungen im Sinne des Managements von unternehmerischen und familiären Interessen;
- kennen die Teilnehmer:innen die wesentlichen theoretischen Perspektiven und Konzepte des strategischen Managements von Nachfolgeprozessen in FU und können diese bei der Bewertung von Managemententscheidungen berücksichtigen;
- kennen die Teilnehmer:innen wesentliche Unterschiede zwischen Nachfolgeprozessen innerhalb und außerhalb von Unternehmenfamilien (familieninteren & familienexterne Nachfolge) und können diese bei der Bewertung von Managemententscheidungen berücksichtigen;
- verstehen die Teilnehmer:innen die besondere Bedeutung der rechtlichen Rahmenbedingungen bei Nachfolgeprozessen sowie wesentliche Ursachen und Typen von Konflikten und können darauf aufbauend die Besonderheiten der Rolle der Governance in FU und UF im Generationswechsel nachvollziehen;
- erkennen die Teilnehmer:innen in Beispielen von Nachfolgeprozessen in FU aus der Unternehmenspraxis die besonderen „Spielregeln“ bei der Nachfolge in FU und können diese anhand der Praxisfälle konkret illustrieren.
Für eine positive Absolvierung dieser prüfungsimmanenten Lehrveranstaltung (mit hohem interaktivem Anteil) ist eine 80%ige Anwesenheit erforderlich.
Sollte es durch einen wichtigen Grund zu einem Fehlen in einer Lehrveranstaltung kommen, so können maximal 20% der gesamten Lehrveranstaltungsdauer versäumt werden. Für die Fehlzeit ist eine Bestätigung (z.B. ärztliches Attest) vorzulegen. Bei kumulierten Abwesenheiten von über 20 % ist die Lehrveranstaltung zu wiederholen.
Wichtige Gründe sind lt. Prüfungsordnung der WU all jene, die außerhalb der Disposition des Studierenden liegen (Erkrankung, Unfall, Tod eines nahen Angehörigen). Berufliche Verpflichtungen werden nicht als wichtiger Grund im Sinne der Prüfungsordnung angesehen, da diese in der Disposition der Studierenden liegen.
Das Lehr- und Lerndesign kombiniert die Erarbeitung und Diskussion von familienunternehmensspezifischen Literaturgrundlagen mit deren Anwendung in kleineren Reflexionsarbeiten und Fallstudien sowie einer größeren Reflexionsarbeit anhand von konkreten Beispielen von Familienunternehmen aus der Unternehmenspraxis.
- Gruppenpräsentationen zu ausgewählten Inhalten (30%)
- Schriftlicher Literaturtest (40%)
- Individuelle Reflexionsarbeit: „Spielregeln“ in der Nachfolge in Familienunternehmen auf Basis von Gastvorträgen (30%)
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pia.magyar@wu.ac.at(bei Fragen an Susanne Kalss)
Literatur:
Felden, B.; Hack, A. & Hoon, C. (2019): Management von Familienunternehmen. Besonderheiten – Handlungsfelder – Instrumente, 2. Aufl., Springer Fachmedien Wiesbaden.
Kalss, S. (2025): Erbrecht und Stiftungsrecht (Facultas, 2025) ISBN: 978-3-7089-2665-0.
Zellweger, T. (2017): Managing the family business: theory and practice, Edward Elgar Publishing, Cheltenham, UK; Northhampton, MA, USA.
Zellweger, T. (2025): Führung von Familienunternehmen: Theorie und Praxis, Springer Gabler. ISBN: 978-3-658-47967-1.
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