Syllabus
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Ein Start-up zu gründen, um die eigene Idee umzusetzen, selbstbestimmt arbeiten zu können und damit wirtschaftlich erfolgreich zu sein, das ist der Traum vieler Studierender. Die uns allen bekannten Erfolgsgeschichten wie Runtastic, Shpock, Refurbed und Bitpanda machen Lust auf diesen Weg und zeigen, dass unternehmerische Träume wahr werden können.
Die Realität des Unternehmertums sieht aber freilich anders aus. Für jedes erfolgreiche Start-up gibt es zahlreiche andere, die scheitern. Die Hauptgründe dafür liegen oftmals in einem fehlenden Product-Market-Fit sowie Fehlentscheidungen beim Aufbau des Unternehmens, die zu finanziellen Engpässen und in weiterer Folge zur Insolvenz führen. Wie Sie eben diese Fehler vermeiden und die wichtigsten unternehmerischen Risiken managen können, lernen Sie in der Zone „The Lean Start-up“.
Diese Lehrveranstaltung basiert auf der etablierten Lean-Start-up-Methode, die heute weltweit als praxisorientierter Ansatz zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle gilt. Auf Basis systematischer „Mini-Experimente“ werden unternehmerische Risiken frühzeitig identifiziert und reduziert sowie Annahmen über Kundenbedürfnisse, Marktpotenziale und Geschäftsmodelle überprüft.
Neben einer theoretischen Einführung in die Lean-Start-up-Methode steht im Rahmen dieses Kurses vor allem die praktische Anwendung im Vordergrund. Unter Anleitung des ersten Vortragenden, Andreas Kotal, selbst mehrfacher Unternehmensgründer und erfahrener Anwender der Lean-Start-up-Methode, entwickeln die TeilnehmerInnen für selbst gewählte Geschäftsideen konkrete Teststrategien und MVPs (Minimum Viable Products). Ziel ist es, möglichst schnell und ressourcenschonend herauszufinden, ob ein reales Kundenproblem besteht und ob die vorgeschlagene Lösung tatsächlich nachgefragt wird.
Am zweiten Seminartag wird darauf aufbauend das mögliche Set-up des MVPs geplant. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Wahl einer geeigneten Rechtsform für die Durchführung des MVPs und der ersten Marktvalidierung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage, welche Rechtsform das Unternehmen möglicherweise in einigen Jahren haben könnte, sondern welche Rechtsform zum aktuellen Zeitpunkt den effizientesten, kostengünstigsten und risikoärmsten Start ermöglicht. Darüber hinaus werden steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen sowie typische Gründungsfehler behandelt. Die TeilnehmerInnen werden dabei von Gerhard Distler, einem auf junge Unternehmen spezialisierten Steuerberater, begleitet.
Am dritten Seminartag präsentieren die Teams die Ergebnisse ihrer Arbeit. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Vorstellung eines klassischen Businessplans, sondern die Entwicklung und Begründung eines geeigneten MVPs. Die Teams erläutern, welche zentrale Annahme sie testen möchten, warum sie ihr konkretes MVP gewählt haben, wie dieses umgesetzt werden soll und weshalb es geeignet ist, die kritischsten unternehmerischen Risiken möglichst früh zu überprüfen. Ergänzend präsentieren die Teams die für das MVP gewählte Rechtsform und begründen, warum diese für die aktuelle Testphase geeignet ist.
Die Abschlusspräsentationen dienen nicht nur der Leistungsfeststellung, sondern auch dem gemeinsamen Lernen. Daher nehmen alle TeilnehmerInnen an sämtlichen Präsentationen teil, bringen sich aktiv durch Fragen und Diskussionen ein und profitieren vom Feedback zu den Projekten der anderen Gruppen.
Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, die TeilnehmerInnen bestmöglich auf eine mögliche Unternehmensgründung vorzubereiten und insbesondere die häufigsten und existenzbedrohenden Fehler in frühen Gründungsphasen zu vermeiden.
Nach Abschluss der Lehrveranstaltung sind die TeilnehmerInnen in der Lage,
- die Logik und Zielsetzung der Lean-Start-up-Methode zu erklären und deren Eignung zur Reduktion zentraler unternehmerischer Risiken kritisch einzuordnen.
- eigene Geschäftsideen in überprüfbare Annahmen zu übersetzen und diese mittels geeigneter Lean-Start-up-Experimente (z. B. MVPs, Kundeninterviews, Landing Pages oder Smoke Tests) systematisch zu validieren.
- unterschiedliche MVP-Ansätze zu entwickeln, deren Aussagekraft zu bewerten und geeignete Teststrategien zur Überprüfung zentraler Geschäftsmodellannahmen auszuwählen.
- Ergebnisse aus Mini-Experimenten zu analysieren und evidenzbasierte Entscheidungen über Weiterentwicklung, Anpassung oder Verwerfung einer Geschäftsidee (Pivot/Persevere) zu treffen.
- die für ein MVP geeignete Rechtsform unter Berücksichtigung von Kosten, Haftung, administrativem Aufwand und Risikoprofil auszuwählen und kritisch zu begründen.
- zentrale finanzielle, steuerliche, gesellschaftsrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Aspekte einer Unternehmensgründung zu identifizieren und typische Fehlerquellen von JungunternehmerInnen zu vermeiden.
- unternehmerische Risiken entlang der frühen Gründungsphase strukturiert zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung abzuleiten.
Der gesamte Kurs findet im Präsenzmodus statt.
Um die Lehrveranstaltung positiv absolvieren zu können, dürfen TeilnehmerInnen höchstens 20 % der Unterrichtseinheiten versäumen.
Die Teilnahme am dritten Seminartag (Abschlusspräsentationen) ist für alle TeilnehmerInnen verpflichtend. Eine Abwesenheit am Präsentationstag kann nicht auf die allgemeine Fehlzeitenregelung angerechnet werden und führt grundsätzlich zu einer negativen Beurteilung der Lehrveranstaltung.
Die Lehrveranstaltung „The Lean Start-up“ ist stark praxisorientiert konzipiert. Neben theoretischen Inputs durch die Vortragenden stehen Gruppenarbeiten, Diskussionen, Präsentationen sowie die Entwicklung und Validierung eigener Geschäftsideen im Vordergrund.
Die Vortragenden agieren während des gesamten Kurses als Coaches und geben kontinuierlich Feedback auf Gruppen- und Individualebene.
Am dritten Seminartag präsentieren die Projektgruppen ihre Ergebnisse. Für jede Gruppe werden rund 60 Minuten eingeplant:
- 10 Minuten Präsentation
- 15 Minuten Feedback durch die Lehrveranstaltungsleiter
- 10 Minuten Fragen und Diskussion mit den übrigen TeilnehmerInnen
- verbleibende Zeit als Puffer bzw. Pause
Alle Gruppen sind während sämtlicher Präsentationen anwesend. Das Feedback zu anderen Projekten stellt einen wesentlichen Bestandteil des gemeinsamen Lernprozesses dar.
Nach Abschluss aller Präsentationen findet eine gemeinsame Abschlussdiskussion inklusive allgemeiner Fragerunde (ca. 30 Minuten) statt.
Die Präsentationen finden am dritten Seminartag von 10:00 bis 19:00 Uhr statt.
Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl auf maximal acht Projektgruppen begrenzt.
Die Leistungsbewertung erfolgt auf Basis von drei Teilleistungen:
- Entwicklung und Präsentation eines MVP-Konzepts inklusive Darstellung der zu testenden Kernannahmen sowie der für das MVP gewählten Rechtsform (33,33 %)
- Erstellung eines Aktionsplans zur Validierung der Geschäftsidee sowie zur möglichen Umsetzung und Weiterentwicklung des Projekts (33,33 %)
- Laufende Mitarbeit und aktive Beteiligung an Diskussionen, Feedbackrunden und Präsentationen (33,33 %)
Die drei Teilleistungen fließen zu gleichen Teilen in die Gesamtbeurteilung ein.
Für den Präsentationstermin ist zusätzlich von jeder Gruppe ein Handout der Präsentation an die Lehrveranstaltungsleiter zu übermitteln.
Studierende der SBWL Entrepreneurship und Innovation.
Bitte beachten Sie, dass eine Kursanmeldung verbindlich ist; wenn Sie sich zu diesem Kurs anmelden, wird dies als eindeutiges Commitment Ihrerseits gesehen. Nachträgliche Abmeldungen durch die Kursleiter/innen bzw. ein nachträglicher Wechsel in einen anderen Kurs sind ausnahmslos nicht möglich, denn ein solches Verhalten ist unfair gegenüber Ihren Kolleg/innen, die dadurch möglicherweise keinen Platz in ihrem präferierten Kurs erhalten haben.
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