Syllabus

Title
4563 ZuWi II: Ethik, Ökonomie, Nachhaltigkeit
Instructors
Dr. Oliver M. Feldmann
Contact details
Type
PI
Weekly hours
2
Language of instruction
Deutsch
Registration
02/14/18 to 02/23/18
Registration via LPIS
Notes to the course
Subject(s) Bachelor Programs
Dates
Day Date Time Room
Wednesday 03/07/18 05:00 PM - 07:00 PM D4.0.019
Wednesday 03/21/18 04:00 PM - 08:30 PM D2.0.038
Wednesday 04/18/18 04:00 PM - 08:30 PM TC.4.16
Saturday 04/28/18 12:00 PM - 05:30 PM D4.0.019
Wednesday 05/16/18 04:00 PM - 08:30 PM TC.5.18
Wednesday 05/23/18 05:00 PM - 09:00 PM D4.0.127
Contents
  • Die LV "Ethik, Ökonomie, Nachhaltigkeit" führt in die Problem- und Fragestellungen der Wirtschaftsethik ein. Zunächst werden die Grundzüge der wesentlichen ethischen Theorien vorgestellt. Ihr Verständnis stellt die notwendige Voraussetzung dafür dar, Diskussionen um die im gesellschaftlichen Zusammenleben existenten bzw. gelten sollenden Prinzipien nachzuvollziehen und sich daran angemessen zu beteiligen.
  • Daran schließen sich Überlegungen zur Verfasstheit unserer Wirtschaft selbst und ihrer Entwicklung an und zu der Rolle, die ethische Reflexionen hierin heute spielen und künftig spielen können. Dieser Teil der LV soll auch Klarheit über die je nach unternehmensethischen Ansätzen unterschiedlichen Methoden der Begründung von Entscheidungen im Einzelfall schaffen.
  • Als dritter Schwerpunkt der LV sollen der Themenkomplex "CSR/Nachhaltiges Wirtschaften" und damit zusammenhängend Fälle unternehmerischen Handelns im nationalen wie im internationalen Kontext dargestellt und diskutiert werden.
Learning outcomes

Nach Absolvieren einer ZuWi II-LV haben die Studierenden Wissen über den gesellschaftlichen und ökologischen Kontext wirtschaftlichen Handelns erlangt. Sie verfügen über eine ganzheitliche Perspektive, die Wirtschaft und Gesellschaft in biophysische Systeme eingebettet sieht und Wirtschaft im gesellschaftlichen Kontext verankert. Studierende erkennen, dass ihr späteres berufliches Handeln Auswirkungen auf die Gesellschaft und die natürliche Umwelt hat, dass sie eine soziale Verantwortung tragen und einen Beitrag zu einer langfristig nachhaltigen Entwicklung leisten können. Sie haben Kompetenzen wie Selbstreflexion, Sensibilität für Diversität und das Verstehen von Komplexität erlangt. Sie sind fähig Informationen aufzubereiten, Probleme und Problemlösungen zu erarbeiten und zu kommunizieren.

Entsprechend der didaktischen Ausrichtung erfolgen Leistungserbringungen mehrdimensional. Mindestens 3 Kriterien sind bei der Beurteilung zu berücksichtigen (z.B. Präsentation + Thesenpaper + schriftliche Arbeit/Abschlussprüfung/Reflexionspapier). Besonderes Augenmerk wird auf die Befähigung zu Teamarbeit und auf die Erlangung von Reflexions- und Erfahrungswissen gelegt.

Feedback seitens der Lehrenden hilft den Studierenden, ihre Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Die Studierenden sehen sich nach erfolgreichem Abschluss der LV befähigt,

  1. die zentralen moralphilosophischen Ansätze in ihren Grundelementen wiederzugeben und zu beurteilen,
  2. selbstständig fundiert Begriffe und Methoden zur Überprüfung einer Handlung als sittlich gut anzuwenden,
  3. daraus folgend die unterschiedlichen Grundlagen von Wert-Konflikten in der unternehmerischen Praxis zu evaluieren,
  4. kompetent, problemlösungs- und zukunftsorientiert an aktuellen sozialphilosophischen und -politischen Debatten zu partizipieren.
Teaching/learning method(s)
  • Einführende Vorträge des LV-Leiters
  • (Kurz-)Referate der Arbeitsgruppen
  • gemeinsame Lektüre / Erarbeitung / kritische Überprüfung von Textpassagen
Assessment
  1. 30% - Aktive Mitarbeit (Lektüre der Literatur, Diskussionsteilnahme ...)
  2. 30% - Referat oder schriftliche Hausarbeit
  3. 40% - Schriftliche Prüfung
Prerequisites for participation and waiting lists

Die Platzvergabe während der Anmeldefrist verfährt im „first-come, first-served Prinzip“. Falls Sie eine gültige LV-Anmeldung haben, aber an dieser Lehrveranstaltung nicht teilnehmen können, melden Sie sich bitte während des Anmeldezeitraums über LPIS wieder ab, damit Ihr LV-Platz anderen Studierenden zur Verfügung steht.

Sollte es eine Warteliste für die Anmeldung zur Lehrveranstaltung geben, werden die Studierenden der Warteliste nach dem Ende der Anmeldefrist nach Studienfortschritt gereiht und auf noch verfügbare Plätze zugeteilt - vorausgesetzt, dass diese über noch keine gültige Anmeldung zum Planpunkt verfügen.

Dieses Vorgehen ist allerdings nicht als Platz-Garantie zu verstehen!


Readings
1 Author: Feldmann, O.
Title: Ethik und Ökonomie

Year: 2010
Content relevant for class examination: Yes
Recommendation: Essential reading for all students
Type: Script
Availability of lecturer(s)

oliver.feldmann@wu.ac.at

Other

Reader zum Kurs ist über E-Learn abrufbar. Bitte bringen Sie die Texte zu jeder Einheit mit.

Unit details
Unit Date Contents
1

"Ethik als Gewinn" - Wirtschaftsethik als Ideologie? Einführung in das Thema, Konstitution der AGs, Referatvergabe

Zentrale Fragen: Kann & soll es überhaupt eine eigene Ethik für die Wirtschaft geben? Verunmöglicht der Wettbewerb ethisches Handeln - und ist das vielleicht sogar positiv?

Literatur:
P. Koslowski: Über Notwendigkeit und Möglichkeit einer Wirtschaftsethik. In: Ders.: Die Ordnung der Wirtschaft. Studien zur Praktischen Philosophie und Politischen Ökonomie, Tübingen 1994, S. 157-169.
M. Friedman: Kapitalismus und Freiheit, München 1976 (Auszüge)

2

Grundpositionen praktischer Philosophie (1)

1. Kant - "Pflichtethik"

Literatur:
Kant I.: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Höffe O.: Immanuel Kant, München 2000.

2. Aristoteles - "Tugendethik"

Literatur:
Aristoteles: Nikomachische Ethik (Auszüge)
Aristoteles: Politik, Buch I. (Auszüge)
D.S. Hutchinson: Ethics. In: J. Barnes (Hrsg.): The Cambridge Companion to Aristotle, Cambridge/Mass. 1995, S. 195-232.
U. Wolf: Aristoteles "Nikomachische Ethik", Darmstadt 2002.

Zentrale Fragen: Macht es Sinn, von einer "individuellen/subjektiven Ethik" zu sprechen? Was leisten Tugenden? Wann kann man von einem "gelungenen Leben" sprechen?

3

Grundpositionen praktischer Philosophie (2)

"Liberalismus und Utilitarismus"

Literatur:
A. Smith: Der Wohlstand der Nationen (Auszüge)
A. Smith: Theorie der ethischen Gefühle (Auszüge)
J. St. Mill: Der Utilitarismus
E. Waibl: Ökonomie und Ethik 1, Stuttgart-Bad Cannstatt 1984, S. 132-162.
K. Ballestrem: Adam Smith, München 2001.
A. Sen / B. Williams (Hrsg.): Utilitarianism and beyond, Cambridge 1982.
A. Eckl / B. Ludwig: Was ist Eigentum? München 2005.

Zentrale Fragen: Worin unterscheiden sich der klassische Liberalismus und der sog. "Neoliberalismus"? Warum sind heute (fast) alle Utilitaristen und welche Zwecke heiligen welche Mittel?

4

Vertragstheorien / Kritik an der Marktwirtschaft

1. David Hume: Die Gesellschaft als Vertrag?
2. Die Kapitalismuskritik von Karl Marx

Literatur:
K. Marx: Das Kapital, Band I, insbes. Kap. 4, 22, 23.
K. Marx: Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei (Auszüge)
I. Fetscher: Der Marxismus, München 1968.
J. Sperber: Karl Marx, München 2013.

3. "Wirtschaftsbürgerrechte"? - P. Ulrichs Entwurf einer "Integrativen Wirtschaftsethik"

Literatur:
P. Ulrich: Wirtschaftsethik als Kritik der "reinen" ökonomischen Vernunft. In: C. Matthiessen (Hrsg.): Ökonomie und Ethik, Freiburg 1990, S. 111-138.
P. Ulrich: Integrative Wirtschaftsethik, Bern 1997.
P. Ulrich: Zivilisierte Marktwirtschaft, Freiburg 2005.

Zentrale Fragen: Wie konstituieren sich Gesellschaften? Wie zentral ist Wachstum für die Marktwirtschaft? Bedarf sie eines neuen, ethischen Fundaments?

5

"Ökonomische Rationalität" und "Unternehmerische Verantwortung"

1. Unternehmensethik in Theorie und Praxis

Literatur:
H. Lenk / M. Maring: Wirtschaft und Ethik, Stuttgart 1992.
H. Siebert (Hrsg.): The ethical foundations of the market economy, Tübingen 1994.

"CSR": Unternehmensleitsätze / Fallbeispiele (werden gemeinsam ausgewählt)

2. "Globalisierung", "Fairer Handel", "Konsumentensouveränität"

Literatur:
Le Monde Diplomatique: Atlas der Globalisierung, Berlin 2015.
J. Ziegler: Wir lassen sie verhungern, München 2013.
J. Sachs: Das Ende der Armut, München 2005.

K. Hartmann: Ende der Märchenstunde, München 2009

 

 

Zentrale Fragen: Wie wichtig & wirkungsvoll sind Unternehmensleitsätze? Kann ethisches Handeln ein Wettbewerbsvorteil sein? Wie weit reicht unternehmerische Verantwortung? Welche Rolle spielt "der/die Konsument/in"?  

6 Rückblick & schriftliche Prüfung
Last edited: 2017-11-11



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