Syllabus

Titel
1936 ZuWi II: Ethik, Ökonomie, Nachhaltigkeit
LV-Leiter/innen
Dr. Oliver M. Feldmann
Kontakt
  • LV-Typ
    PI
  • Semesterstunden
    2
  • Unterrichtssprache
    Deutsch
Anmeldung
12.09.2019 bis 29.09.2019
Anmeldung über LPIS
Hinweise zur LV
Planpunkt(e) Bachelor
Termine
Wochentag Datum Uhrzeit Raum
Dienstag 01.10.2019 17:00 - 19:30 D1.1.074
Dienstag 15.10.2019 16:30 - 21:00 TC.4.15
Dienstag 05.11.2019 16:30 - 21:00 EA.6.032
Samstag 16.11.2019 12:00 - 17:30 D4.0.144
Dienstag 03.12.2019 16:30 - 18:00 TC.4.14
Dienstag 03.12.2019 18:00 - 21:00 D5.1.001
Dienstag 10.12.2019 17:30 - 21:00 D4.0.039

Inhalte der LV

  • Die LV "Ethik, Ökonomie, Nachhaltigkeit" führt in die Problem- und Fragestellungen der Wirtschaftsethik ein. Zunächst werden die Grundzüge der wesentlichen ethischen Theorien vorgestellt. Ihr Verständnis stellt die notwendige Voraussetzung dafür dar, Diskussionen um die im gesellschaftlichen Zusammenleben existenten bzw. gelten sollenden Prinzipien nachzuvollziehen und sich daran angemessen zu beteiligen.
  • Daran schließen sich Überlegungen zur Verfasstheit unserer Wirtschaft selbst und ihrer Entwicklung an und zu der Rolle, die ethische Reflexionen hierin heute spielen und künftig spielen können. Dieser Teil der LV soll auch Klarheit über die je nach unternehmensethischen Ansätzen unterschiedlichen Methoden der Begründung von Entscheidungen im Einzelfall schaffen.
  • Als dritter Schwerpunkt der LV sollen der Themenkomplex "CSR/Nachhaltiges Wirtschaften" und damit zusammenhängend Fälle unternehmerischen Handelns im nationalen wie im internationalen Kontext dargestellt und diskutiert werden.

Lernergebnisse (Learning Outcomes)

Nach Absolvieren einer ZuWi II-LV haben die Studierenden Wissen über den gesellschaftlichen und ökologischen Kontext wirtschaftlichen Handelns erlangt. Sie verfügen über eine ganzheitliche Perspektive, die Wirtschaft und Gesellschaft in biophysische Systeme eingebettet sieht und Wirtschaft im gesellschaftlichen Kontext verankert. Studierende erkennen, dass ihr späteres berufliches Handeln Auswirkungen auf die Gesellschaft und die natürliche Umwelt hat, dass sie eine soziale Verantwortung tragen und einen Beitrag zu einer langfristig nachhaltigen Entwicklung leisten können. Sie haben Kompetenzen wie Selbstreflexion, Sensibilität für Diversität und das Verstehen von Komplexität erlangt. Sie sind fähig Informationen aufzubereiten, Probleme und Problemlösungen zu erarbeiten und zu kommunizieren.

Entsprechend der didaktischen Ausrichtung erfolgen Leistungserbringungen mehrdimensional. Mindestens 3 Kriterien sind bei der Beurteilung zu berücksichtigen (z.B. Präsentation + Thesenpaper + schriftliche Arbeit/Abschlussprüfung/Reflexionspapier). Besonderes Augenmerk wird auf die Befähigung zu Teamarbeit und auf die Erlangung von Reflexions- und Erfahrungswissen gelegt.

Feedback seitens der Lehrenden hilft den Studierenden, ihre Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Die Studierenden sehen sich nach erfolgreichem Abschluss der LV befähigt,

  1. die zentralen moralphilosophischen Ansätze in ihren Grundelementen wiederzugeben und zu beurteilen,
  2. selbstständig fundiert Begriffe und Methoden zur Überprüfung einer Handlung als sittlich gut anzuwenden,
  3. daraus folgend die unterschiedlichen Grundlagen von Wert-Konflikten in der unternehmerischen Praxis zu evaluieren,
  4. kompetent, problemlösungs- und zukunftsorientiert an aktuellen sozialphilosophischen und -politischen Debatten zu partizipieren.

Regelung zur Anwesenheit

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen (PI) haben Anwesenheitspflicht. Im Falle einer Abwesenheit ist der LV-Leiter nach Möglichkeit vorab zu informieren.
Genaueres zu Fehlzeiten-Regelungen wird bei Bedarf in der 1. Einheit erläutert.

Lehr-/Lerndesign

  • Einführende Vorträge des LV-Leiters
  • (Kurz-)Referate der Arbeitsgruppen
  • gemeinsame Lektüre / Erarbeitung / kritische Überprüfung von Textpassagen

Leistung(en) für eine Beurteilung

  1. 30% - Aktive Mitarbeit (Lektüre der Literatur, Diskussionsteilnahme ...)
  2. 30% - Referat oder schriftliche Hausarbeit
  3. 40% - Schriftliche Prüfung

Teilnahmevoraussetzung(en) und Vergabe von Wartelistenplätzen

Die Platzvergabe während der Anmeldefrist verfährt im „first-come, first-served Prinzip“. Falls Sie eine gültige LV-Anmeldung haben, aber an dieser Lehrveranstaltung nicht teilnehmen können, melden Sie sich bitte während des Anmeldezeitraums über LPIS wieder ab, damit Ihr LV-Platz anderen Studierenden zur Verfügung steht.

Sollte es eine Warteliste für die Anmeldung zur Lehrveranstaltung geben, werden die Studierenden der Warteliste nach dem Ende der Anmeldefrist nach Studienfortschritt gereiht und auf noch verfügbare Plätze zugeteilt - vorausgesetzt, dass diese über noch keine gültige Anmeldung zum Planpunkt verfügen.

Dieses Vorgehen ist allerdings nicht als Platz-Garantie zu verstehen!


Literatur

1 Autor/in: Feldmann, O.
Titel:

Ethik und Ökonomie


Jahr: 2012
Prüfungsstoff: Ja
Empfehlung: Unbedingt notwendige Studienliteratur für alle Studierenden
Art: Skriptum

Erreichbarkeit des/der Vortragenden

oliver.feldmann@wu.ac.at

Sonstiges

Reader zum Kurs ist über E-Learn abrufbar. Bitte bringen Sie die Texte zu jeder Einheit mit.

Detailinformationen zu einzelnen Lehrveranstaltungseinheiten

Einheit Datum Inhalte
1

"Ethik als Gewinn" - Wirtschaftsethik als Ideologie? Einführung in das Thema, Konstitution der AGs, Referatvergabe

Zentrale Fragen: Kann & soll es überhaupt eine eigene Ethik für die Wirtschaft geben? Verunmöglicht der Wettbewerb ethisches Handeln - und ist das vielleicht sogar positiv?

Literatur:
P. Koslowski: Über Notwendigkeit und Möglichkeit einer Wirtschaftsethik. In: Ders.: Die Ordnung der Wirtschaft. Studien zur Praktischen Philosophie und Politischen Ökonomie, Tübingen 1994, S. 157-169.
M. Friedman: Kapitalismus und Freiheit, München 1976 (Auszüge)

2

Grundpositionen praktischer Philosophie (1)

1. Kant - "Pflichtethik"

Literatur:
Kant I.: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Höffe O.: Immanuel Kant, München 2000.

2. Aristoteles - "Tugendethik"

Literatur:
Aristoteles: Nikomachische Ethik (Auszüge)
Aristoteles: Politik, Buch I. (Auszüge)
D.S. Hutchinson: Ethics. In: J. Barnes (Hrsg.): The Cambridge Companion to Aristotle, Cambridge/Mass. 1995, S. 195-232.
U. Wolf: Aristoteles "Nikomachische Ethik", Darmstadt 2002.

Zentrale Fragen: Macht es Sinn, von einer "individuellen/subjektiven Ethik" zu sprechen? Was leisten Tugenden? Wann kann man von einem "gelungenen Leben" sprechen?

3

Grundpositionen praktischer Philosophie (2)

"Liberalismus und Utilitarismus"

Literatur:
A. Smith: Der Wohlstand der Nationen (Auszüge)
A. Smith: Theorie der ethischen Gefühle (Auszüge)
J. St. Mill: Der Utilitarismus
E. Waibl: Ökonomie und Ethik 1, Stuttgart-Bad Cannstatt 1984, S. 132-162.
K. Ballestrem: Adam Smith, München 2001.
A. Sen / B. Williams (Hrsg.): Utilitarianism and beyond, Cambridge 1982.
A. Eckl / B. Ludwig: Was ist Eigentum? München 2005.

Zentrale Fragen: Worin unterscheiden sich der klassische Liberalismus und der sog. "Neoliberalismus"? Warum sind heute (fast) alle Utilitaristen und welche Zwecke heiligen welche Mittel?

4

Vertragstheorien / Kritik an der Marktwirtschaft

1. David Hume: Die Gesellschaft als Vertrag?
2. Die Kapitalismuskritik von Karl Marx

Literatur:
K. Marx: Das Kapital, Band I, insbes. Kap. 4, 22, 23.
K. Marx: Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei (Auszüge)
I. Fetscher: Der Marxismus, München 1968.
J. Sperber: Karl Marx, München 2013.

3. "Wirtschaftsbürgerrechte"? - P. Ulrichs Entwurf einer "Integrativen Wirtschaftsethik"

Literatur:
P. Ulrich: Wirtschaftsethik als Kritik der "reinen" ökonomischen Vernunft. In: C. Matthiessen (Hrsg.): Ökonomie und Ethik, Freiburg 1990, S. 111-138.
P. Ulrich: Integrative Wirtschaftsethik, Bern 1997.
P. Ulrich: Zivilisierte Marktwirtschaft, Freiburg 2005.

Zentrale Fragen: Wie konstituieren sich Gesellschaften? Wie zentral ist Wachstum für die Marktwirtschaft? Bedarf sie eines neuen, ethischen Fundaments?

5

"Ökonomische Rationalität" und "Unternehmerische Verantwortung"

1. Unternehmensethik in Theorie und Praxis

Literatur:
H. Lenk / M. Maring: Wirtschaft und Ethik, Stuttgart 1992.
M. Aßländer / J. Joerden (Hrsg.): Markt ohne Moral?, Frankfurt/M. 2002.

"CSR": Unternehmensleitsätze / Fallbeispiele (werden gemeinsam ausgewählt)

2. "Globalisierung", "Fairer Handel", "Konsumentensouveränität"

Literatur:
Le Monde Diplomatique: Atlas der Globalisierung, Berlin 2019.
J. Ziegler: Wir lassen sie verhungern, München 2013.
J. Sachs: Das Ende der Armut, München 2005.

K. Hartmann: Die grüne Lüge - Weltrettung als profitables Geschäftsmodell, München 2018.

Zentrale Fragen: Wie wichtig & wirkungsvoll sind Unternehmensleitsätze? Kann ethisches Handeln ein Wettbewerbsvorteil sein? Wie weit reicht unternehmerische Verantwortung? Welche Rolle spielt "der/die Konsument/in"?  

6 Rückblick & schriftliche Prüfung
Zuletzt bearbeitet: 04.12.2019



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