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Grundsätze des Zitierens

  • einheitliche Zitierform in der ganzen Arbeit
  • Die Zitate sollen das schnelle Nachvollziehen der Quelle ermöglichen.
  • Fußnoten im Word: Strg+Alt+F
  • Literatur- und Abkürzungsverzeichnis am Ende der Arbeit

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Zitieren aus Rechtsnormen

Nationales Recht

Die Abkürzungsregeln des OGH finden sich im RIS unter der Rubrik Judikatur/Justiz/Zitierregeln des OGH.

Form:

  • Paragraphen („§“), Artikel („Art“), Absätze („Abs“), Zahlen („Z“) und Buchstaben („lit“)
    • Zwei oder mehrere Paragraphen sind mit „§§“ zu zitieren, zwei oder mehrere Artikel sind mit „Art“ zu zitieren.
  • Bezeichnung der Rechtsvorschrift lt Abkürzungsverzeichnis mit Fassung
  • Publikationsorgan („BGBl“, „LGBl“ oder „JABl“)
  • Beim BGBl ab 1997 ist der Teil des Publikationsorgans anzugeben. („I“, „II“ oder „III“)
  • Jahrgang des Publikationsorgans
  • nach einem Schrägstrich die Nummer der Rechtsvorschrift.
    • zB: §§ 53ff ÄrzteG 1998 BGBl I 1998/169.

Europäische Rechtsnormen (RL und VO)

Teile des Amtsblatts der EU

  • L: Rechtsvorschriften
  • C: Mitteilungen und Bekanntmachungen
  • S: Ausschreibungen

Verordnungen

Beispiel: VO (EG) 2004/139 des Rates v 20.01.2004 über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen, ABl L 2004/24, 1.

  • „VO“
  • „(EG)“
  • Jahr/Nummer der Verordnung
  • Organ
  • Datum (Formatierung: TT.MM.JJJJ)
  • Titel der VO,
  • nach der Bezeichnung des Amtblattes folgen das Jahr der Kundmachung und nach einem Schrägstrich die Nummer des Amtsblattes,
  • erste Seite des Rechtsaktes im Amtsblatt.
Folgezitat

hier: Fusionskontroll-VO (EG) 2004/139 ABl L 2004/24, 1.

  • Der Titel wird mit einem markanten Wort abgekürzt, danach ein Bindestrich gesetzt.
  • Organ, Datum und Titel entfallen.

Richtlinien

Beispiel: RL 2003/9/EG des Rates v 27.01.2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylwerbern in den Mitgliedstaaaten, ABl L 2003/31, 18.

  • „RL“
  • Jahr/Nummer der Richtlinie
  • nach einem weiteren Schrägstrich „EG“ oder „EWG“, wenn die RL vor dem Vertrag von Maastricht (1992) erlassen wurde
  • Organ
  • Datum (Formatierung: TT.MM.JJJJ)
  • Titel der RL,
  • nach der Bezeichnung des Amtblattes ("ABl L") folgen das Jahr der Kundmachung und nach einem Schrägstrich die Nummer des Amtsblattes,
  • erste Seite des Rechtsaktes im Amtsblatt.
Folgezitat

hier: Aufnahme-RL 2003/9/EG ABl L 2003/31, 18.

  • Der Titel wird mit einem markanten Wort abgekürzt, danach ein Bindestrich gesetzt.
  • Organ, Datum und Titel entfallen.

Das Zitieren von Materialien

Regierungsvorlagen und Ausschussberichte sind mit ihren Fundstellen in den Beilagen zu den stenographischen Protokollen

  • „ErläutRV“ (für Regierungsvorlagen), „AB“ (für Ausschussberichte)
  • Nummer der Beilage
  • Abkürzung der Körperschaft mit vorangestelltem „Blg“
  • Gesetzgebungsperiode „GP“ mit vorangestellter arabischer Ordnungszahl
  • evtl Seitenzahl, wenn eine bestimmte Stelle hervorgehoben werden soll.
    • zB: ErläutRV 797 BlgNR 22. GP 11.

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Zitieren aus Entscheidungen

Allgemeine Form von Entscheidungszitaten

  • entscheidende Behörde (entfällt, wenn im gleichen Zitat zuvor die Behörde genannt wurde)
    • zB OGH 1 Ob 147/06h; 5 Ob 184/97p.
  • Datum, (nur bei unveröffentlichten Entscheidungen; Abstände beachten)
    • zB: 17. 7. 2008; 17. 11. 1998
  • Aktenzeichen (zuvor Beistrich, wenn das Datum zitiert wurde)
    • zB: OGH 16. 7. 2004, 7 Ob 120/04d; VwGH 26. 5. 1999, 94/12/0299; VfGH 10. 10. 2007, G 187/06.n

Gibt es mehrere Fundstellen, genügt es eine Fundstelle zu zitieren. Nach Möglichkeit ist jene zu wählen, die die Entscheidung am ausführlichsten wiedergibt.
Ausnahme: Mehrere Glossen müssen zitiert werden.
zB: OGH 1 Ob 75/00m ZVR 2000/95 (König) = JBl 2001, 114 (Pichler).

Europäische Gerichte - Besonderheiten

EuGH: Vor die Aktenzahl wird ein „C“ (=Cour) gestellt. Wird der EuGH als Rechtsmittelinstanz tätig, wird nach der Aktenzahl ein „P“ (=Pourvoi) angefügt.
zB: EuGH C-81/98; C-390/95 P.

EuG: Vor die Aktenzahl wird ein „T“ vorangestellt.
zB: EuG T-29/92.

veröffentlichte Entscheidungen in den Sammlungen der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften (seit 1990: Teil I: EuGH, Teil II: EuG)
zB: EuGH 12. 3. 2002, C-168/00, Leitner/TUI, Slg 2002, I-2631.

  • Gericht
  • Datum der Entscheidung,
  • Aktenzahl (C oder T vorangestellt),
  • Schlagwort (kursiv: Kläger/Beklagter oder Bezeichnung unter bekannten Begriff, der mit der Entscheidung verbunden wird),
  • Sammlung mit Jahrgang,
  • Teil I oder II und nach einem Bindestrich Seite der Sammlung.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte - Besonderheiten

zB: EGMR U 26. 10. 2000, Kudla, Nr 30210/96, Z 152, EGMR 2000-XI.

  • „EGMR“
  • „U“ für Urteil, „E“ für Entscheidung
  • Datum (nach einem Abstand „GK“, wenn es sich um eine Entscheidung der Großen Kammer handelt),
  • Name des Beschwerdeführers, (kursiv; Ist der Name des Bf mit dem Anfangsbuchstaben abgekürzt, so ist auch der Name des betroffenen Staates anzuführen. zB: A gegen Belgien)
  • nach „Nr“ und einem Abstand die Beschwerdenummer,
  • evtl „Z“ und nach einem Abstand die Nummer des Absatzes auf den verwiesen wird,
  • „EGMR“ vierstellige Jahreszahl und nach einem Bindestrich die Bandnummer in römischen Ziffern. (Sammlung des EGMR)

Entscheidungsfundstellen

in Sammlungen

Entscheidungsfundstellen in Sammlungen mit durchgehender Nummerierung:

  • Ohne Entscheidungsdatum!
  • Behörde
  • Aktenzeichen
  • Sammlungsnummer. (Die Tausenderstelle wird mit einem Punkt getrennt.)
    • zB: VfGH B 3949/96 VfSlg 15.228; VwGH 93/10/0170 VwSlg 14.097; OGH 7 Ob 617/95 HS 27.515; 7 Ob 2152/96p MietSlg 48.149.

Entscheidungsfundstellen in anderen Sammlungen:

  • Ohne Entscheidungsdatum!
  • nach Behörde und Aktenzeichen der Jahrgang der Sammlung ODER Nummer des Bandes
  • nach einem Schrägstrich Nummer der Entscheidung.
    • zB: OGH 6 Ob 85/05a SZ 2005/157.

in Zeitschriften

  • nach Behörde und Aktenzeichen die Zeitschrift und der Jahrgang
  • nach einem Schrägstrich die Nummer der Entscheidung in der Zeitschrift, sonst nach einem Beistrich die Seite.
  • Hervorheben bestimmter Seiten durch Anfügen der Seitenzahl (evtl mit „f“ für folgende) in Klammern
    • zB: OGH 8 Ob 219/02t ZIK 2004/33; OGH 7 Ob 299/00x JBl 2002, 36 (37f).

Entscheidungsbesprechungen (Glossen)

am Ende des Zitats in Klammern der Name des Verfassers der Besprechung (evtl mit Vermerk, ob zustimmend [„zust“], kritisch [„krit“], ablehnend [„abl“], zweifelnd [„zwfl“] oder einschränkend [„einschr“])

  • zB: OGH 7 Ob 228/07s ÖBA 2009, 147 (149f) (krit Perner).

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Zitieren aus Literatur

Allgemeines zum Zitieren von Literatur

  • Die Namen von Autoren werden kursiv geschrieben.
    zB: Perner/Spitzer/G. Kodek; Kucsko-Stadelmayer
    • Anfangsbuchstaben von Vornamen nur in Zweifelsfällen
    • keine akademischen Grade etc
    • mehrere Autoren --> Trennung der Namen mit Schrägstrich
    • Bindestrich nur bei Doppelnamen
  • Titel der Arbeit ohne Anführungszeichen
  • Strichpunkte zwischen mehreren Literaturangaben; Punkt am Ende des Zitates
  • Fußnoten mit „FN“, Anmerkungen mit „Anm“ und Randzahlen mit „Rz“ abkürzen

Aufsätze in Zeitschriften

Langzitat

zB: Bollenberger/G. Kodek, Internationale Zuständigkeit für Anfechtungsklagen – Auswirkungen des EuGH-Verfahrens auf Österreich, ZIK 2008, 182 (183 u 185).
ODER: Bollenberger/G. Kodek, Internationale Zuständigkeit für Anfechtungsklagen – Auswirkungen des EuGH-Verfahrens auf Österreich, ZIK 2008/310.

  • Name des Autors,
  • Titel der Arbeit, (hier kein Beistrich, wenn der Titel mit einem Frage- oder Rufzeichen endet)
  • Untertitel des Aufsatzes nach einem Bindestrich
  • Name der Zeitschrift (meist Abkürzung)
  • Jahrgang der Zeitschrift
  • Seite, auf der der Aufsatz beginnt (ohne „ff“) ODER nach einem Schrägstrich die Nummer der Fundstelle
  • evtl Hervorhebung bestimmter Seiten des Aufsatzes in Klammern
  • Danach ist ein „.“ zu setzen.

Folgezitat

Angabe des Titels der Arbeit entfällt, statt Beginnseite kann eine hervorzuhebende Seite zitiert werden
zB: Bollenberger/G. Kodek, ZIK 2008, 182 (FN 11).

Sonderhefte

Nach dem Namen der Zeitschrift und nach einem Beistrich folgt die Abkürzung „SH“ und die Seite, auf der der Beitrag beginnt.
zB: Kalss, Das neue Recht des Gesellschafterausschlusses, GesRZ 2006, SH 39 (45f).

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