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Zitieren und Paraphrasieren

In den wenigsten Ihrer Arbeiten werden Sie tatsächlich "das Rad neu erfinden". Im Gegenteil: Zumeist verarbeiten Sie in Ihren Texten die bereits vorhandene Literatur zu einem Thema oder kompilieren sie. Deshalb ist es wichtig, die eigene Leistung und die Ideen anderer, unterscheidbar zu machen. Dieser Abschnitt macht Sie mit einigen Regeln des wissenschaftlichen Schreibens vertraut.

Zitate sind keineswegs nur eine rein formale Besonderheit des Wissenschaftssystems, sondern erfüllen eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben:

  • Zitate gewährleisten die Nachprüfbarkeit einer Behauptung/These.
  • Zitate ermöglichen die Unterscheidung zwischen eigener und fremder Leistung.
  • Zitate helfen den Leser/inne/n, bestimmte Informationen überhaupt erst zu finden.
  • Zitate dokumentieren, was andere Wissenschaftler/innen zu dem Thema zu sagen haben.
  • Zitate zeigen die Kenntnis der relevanten Literatur.
  • Zitate können zur Unterstützung der eigenen Argumentation eingesetzt werden.

Die Quelle muss aufgrund der Kennzeichnung die Sie machen, identifizierbar sein. Die verwendeten Quellen werden unter Angabe sämtlicher Informationen im Literaturverzeichnis angeführt. Die einzelnen wissenschaftlichen Fachrichtungen verwenden unterschiedliche Zitierordnungen und -praktiken. Bestimmte Grundprinzipien haben jedoch alle gemeinsam:

 

Zitate sollen exakt sein, die Quellen auffindbar und die Gestaltung innerhalb einer Arbeit einheitlich.

 

Beachten Sie:

Das wissenschaftliche Schreiben im Bereich der Rechtswissenschaften unterscheidet sich geringfügig von jenem in anderen Disziplinen. Weiterführend finden Sie grundlegende Hinweise, die Sie beim Schreiben Ihrer rechtswissenschaftlichen Arbeit beachten sollten. 

  • Der Kurzbeleg (auch Harvard-Methode) beschränkt sich auf die Angabe der notwendigsten Informationen für den Nachweis einer Quelle. Er enthält den Namen des Autors/der Autorin, das Erscheinungsjahr des Textes und evtl. eine Seitenangabe. In der Regel wird der Kurzbeleg im Fließtext gesetzt, ​​​​​​zum Beispiel: [vgl. Niedermair 2010, S. 169-171].
     
  • Das wörtliche (oder direkte) Zitat gibt die übernommene Stelle wortgetreu und unmittelbar wieder, inklusive der Fehler im Original und der dort praktizierten Rechtschreibung. Auch wird diese Übernahme formal entsprechend gekennzeichnet, zum Beispiel: „Texte zu strukturieren ist etwas, das man auf der Mikro- und der Makroebene tun muss.“ [Kruse 2015, S. 84]
     
  • Das indirekte (oder sinngemäße) Zitat fasst die grundlegenden Gedanken einer Textstelle in neuen Worten zusammen. Anführungszeichen werden hier keine gesetzt, die Quelle muss jedoch – meist unter Beifügung der Kürzel [vgl.] = vergleiche – wie beim direkten Zitat ausgewiesen werden.
    Zum Beispiel: [vgl. Niedermair 2010, S. 169-171].

    Beachten Sie: Werden Ideen und Erkenntnisse anderer Autor/inn/en ohne Quellennachweis übernommen, liegt ein Plagiat vor, selbst wenn Sie die Inhalte größtenteils in eigenen Worten ausdrücken.
     
  • Fußnoten sind am unteren Ende einer Textseite zu finden und haben unterschiedliche Funktionen. Sie können eine Quelle belegen, Beispiele erläutern oder Anmerkungen zum eigentlichen Text enthalten. In den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften werden sie zum Nachweis einer zitierten Stelle eher selten eingesetzt, u.a. um den Lesefluss nicht zu stören.

Internetseiten sind oft die verfügbarsten aber nicht immer die verlässlichsten Quellen. Aus diesem Grund sollten Sie sich vergewissern, ob ein entsprechender Online-Text auch tatsächlich „zitierfähig“ ist. Informationen im Internet sind flüchtig und können sich buchstäblich von einer Minute zur anderen verändern. Deshalb ist es empfehlenswert, immer eine Kopie der Datei zu speichern. In bestimmten Fällen können „verloren gegangene“ Seiten über eine „Internet Bibliothek“ wie www.archive.org ausfindig gemacht werden.

  • Als Quelle geben Sie bei Internetzitaten immer die URL, die Adresse der jeweiligen Seite, an. Sie können diese in der Regel oben in der Navigationsleiste Ihres Browsers ablesen.
     
  • Oft wird auch die Angabe des Zugriffsdatums bzw. des Downloadzeitpunkts verlangt. Sinnvoller ist jedoch der Zeitpunkt der letzten Aktualisierung bzw. der Erstellung einer Seite, z.B. in der Form JJJJ-MM-TT. Beispiele dafür finden Sie unter www.mediensprache.net.
     
  • Nach Möglichkeit sollten Sie auch immer die Namen der Autor/inn/en einer Seite, bzw. eines Online-Textes angeben. Diese finden Sie z.B. im Impressum oder auf der eigentlichen Homepage (Startseite).

 

Weiterführende Literatur:

  • Boeglin, Martha (2012): Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren. 2. Aufl. München: Wilhelm Fink
  • Kruse, Otto (2015): Lesen und Schreiben. 2. Aufl. Wien: Verlag Huter & Roth KG
  • Niedermair, Klaus (2010): Recherchieren und Dokumentieren. Wien: Verlag Huter & Roth KG