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Scholarship of Teaching & Learning - Flexibles Assessment

In ihrem SoTL-Projekt beschäftigt sich Viktoriya Zipper vom Departement Welthandel mit einer Methode, flexibles Assessment in der Lehre anzubieten. Die Studierenden wählen dabei selbst, in welcher Form sie die für die Beurteilung nötige Leistung erbringen möchten. Mit Hilfe eines Mixed Methods Zugangs soll untersucht werden, welche Vor- und Nachteile die Methode aus Sicht der Studierenden hat und wie die Studierenden über die Anwendung dieses Formats denken. Zu welchen Ergebnissen sie in ihrem Projekt kommt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Wie wurde flexibles Assessment in der Lehrveranstaltung eingesetzt?

In der Lehrveranstaltung International Marketing konnten die Studierenden in den letzten beiden Kursen auswählen, in welcher Form sie die zur Beurteilung benötigte individuelle Leistung erbringen möchten. Zur Auswahl für die mit 40 % gewichtete individuelle Leistung standen dabei drei Varianten: eine Präsentation, eine schriftliche Ausarbeitung oder ein kreatives Format (z.B. Video, Podcast o.ä.).

In beiden Jahren der Durchführung haben sich über 60 % der Studierenden für die schriftliche Arbeit entschieden. Während im ersten Jahr noch beinahe ein Drittel der Studierenden eine Präsentation hielt, war das im zweiten Jahr nur noch etwas mehr als ein Viertel. Dafür stieg die Anzahl der Studierenden, die eine kreative Form wählten, im zweiten Jahr von 2,5 % auf 11,6 % an.

Bereits im Pilotversuch stellte sich heraus, wie wichtig die Rahmenbedingungen für den Erfolg der Methode sind. Im zweiten Jahr wurden aus diesem Grund die Beurteilungskriterien präzisiert und die Assessmentformen wurden noch detaillierter erklärt. Außerdem wurde mehr Zeit zur Vorbereitung eingeräumt. Gerade der letzte Faktor könnte eine Ursache für den Anstieg der kreativen Methoden sein.

Was zeigte die Untersuchung?

Um herauszufinden, was Studierende dazu bewegt eine bestimmte Methode zu wählen und welche Vor- und Nachteile das Format aus Sicht der Studierenden mit sich bringt, wurden einerseits eine Fragebogenuntersuchung mit abschießender Gruppendiskussion, sowie 15 halb- bis einstündige Interviews mit den Studierenden durchgeführt.

Im Rahmen der Fragebogenuntersuchung gaben 75 % der Studierenden an, dass sie durch die Wahlmöglichkeit motivierter waren und 72,5 %  nahmen eine positive Auswirkung auf die Lernergebnisse wahr. Als weitere Vorteile erkannten die Studierenden unter anderem, dass flexibles Assessment unterschiedlichen Bedürfnissen, Talenten und Persönlichkeiten der Studierenden Rechnung trägt. Ihrer Wahrnehmung nach führt es außerdem zu nachhaltigerem Lernen, zu besseren Leistungen und schließlich auch dazu, dass sie ihre Kreativität und ihr Potential ausschöpfen können. Dies erklärt auch, warum sich 90 % der Studierenden dafür aussprachen, die Methode auch in Zukunft einzusetzen.

Nach welchen Motiven wählen die Studierenden die Methode?

Es konnten außerdem drei Erklärmuster gefunden werden, warum die Studierenden sich für eine Form entscheiden. Das erste Muster beruht auf Risikovermeidung: Die Studierenden begründen ihre Wahl damit, dass sie auf Nummer sicher gehen wollen und aus diesem Grund bekannte Beurteilungsformen wählen. Ein weiteres Muster war die Wahl der Methode nach dem wahrgenommenen geringsten Aufwand. Der Aufwand kann dabei mehrere Bereiche betreffen, Zeitaufwand, Arbeitsaufwand oder auch „Motivationsaufwand“, d.h. Überwindung. Das dritte Erklärmuster betrifft Studierende, die nach Herausforderungen oder Abwechslung suchen. Sie wählten ihre Assessmentform danach aus, ob sie etwas Neues mit sich bringt oder ob sie sie als herausfordernd erleben.

Die Ergebnisse des Projekts hat Viktoriya Zipper im Rahmen der EuroSoTL in Bilbao vorgestellt.