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9.1 Einbinden von Studierenden in Groß-LVs

Lehrveranstaltungen mit einer hohen Teilnehmer*innenzahl erschweren die Umsetzung vieler Ideen und Methoden. Studierende nehmen oft nur als passive Zuhörer*innen teil, und die Möglichkeiten, individuelle Fragen zu klären oder den Studierenden Feedback zu geben, sind begrenzt.

Trotz dieser zahlreichen Herausforderungen gibt es einige Ideen und Ansätze, damit Studierende auch in Großlehrveranstaltungen interaktiv mitlernen und -diskutieren. Mithilfe von erprobten Konzepten lassen sich beispielsweise auch schriftliche Hausübungen inkl. Feedback realisieren. Vielleicht finden Sie im Folgenden die eine oder andere Anregung für Ihre Großlehrveranstaltung.

Was? Studierende üben – trotz einer hohen Teilnehmer*innenzahl (erprobt mit 650 Studierenden) – schriftliche Argumentation und wissenschaftliches Schreiben und lernen, anhand einer Musterlösung, ihre eigenen Fehler zu erkennen und zu verbessern.
LV-Größe Großgruppen-LV
Ziele
  • Förderung der aktiven Mitarbeit über das ganze Semester
  • Förderung der schriftliche Ausdruckfähigkeit der Studierenden
Wie?
  • Studierende lesen einen aktuellen Zeitungsartikel und analysieren diesen mithilfe der Inhalte der LV-Einheiten in Form einer Hausarbeit.
  • Die Lehrenden scannen die Hausübungen und besprechen häufig wiederkehrende Fehler, Auffälligkeiten etc. in der darauffolgenden Einheit in Form eines kollektiven Feedbacks. Außerdem wird eine Musterlösung der Hausübung vorgestellt. Der Abgleich mit der Musterlösung gibt Studierenden die Möglichkeit, von potentiellen Fehlern zu lernen und sich für die nächste Hausübung zu verbessern.
  • Bei der ersten Hausübung (von dreien) gibt es einen Bonuspunkt für die Teilnahme an einer Peer-Feedback-Runde, bei welcher die Studierenden sich gegenseitig Feedback zur Hausübung geben und festhalten, wie sie sie benoten würden.
  • Um den Korrekturaufwand der Lehrenden zu verringern, werden zwar alle drei Hausübungen von den Studierenden abgegeben, jedoch nur eine der drei, die zufällig ausgesucht wird, beurteilt.
Lehrveranstaltung

Andreas Novy, Christoph Ambach, Veronika Heimerl
Zukunftsfähiges Wirtschaften I
Sozioökonomie

Die Lehrveranstaltung wurde 2019 mit dem Preis für Innovative Lehre ausgezeichnet und war auf der Shortlist des Ars Docendi. Hier finden Sie das ausführliche LV-Konzept mit vielen weiteren Anregungen.
Besonderheit

Schriftliche Hausübungen werden in einer Großlehrveranstaltung eingesetzt und mithilfe von Peer-Feedback und Musterlösungen bewertet.

Für vollständige Informationen bitte aufklappen.
Was? Durchführung eines Quiz (mittels quizizz (externer Link), siehe auch Kapitel 4.1) am Anfang jeder Präsenzeinheit, um zu überprüfen, ob Studierende das jeweilige Vorbereitungsmodul absolviert haben.
LV-Größe Großgruppen-LV
Ziele
  • Überprüfung der Vorbereitung der Studierenden
  • Motivation der Studierenden fördern, sich vorzubereiten
Wie?
  • Studierende beantworten am Anfang jeder Präsenzeinheit online auf quizizz.com (keine vorherige Anmeldung nötig) sechs Fragen zu den Inhalten eines Vorbereitungsmoduls. Dies erhöht den Anreiz, sich auf die Einheit vorzubereiten.
  • Fragen und Antworten sind randomisiert angeordnet, wodurch Abschreiben eingedämmt werden kann. Zusätzlich kann ein Zeitlimit gesetzt werden.
  • Die Antwortstatistik kann als Excel-File oder csv-File exportiert und ins learn@wu Notenbuch übertragen werden. Die Ergebnisse fließen in die Benotung ein.
TIPP Die Ergebnisse können sofort in der Lehrveranstaltung abgerufen und somit in eine Wiederholung oder Diskussion eingebettet werden. 
Lehrveranstaltung

Andreas Novy, Christoph Ambach, Veronika Heimerl
Zukunftsfähiges Wirtschaften I
Sozioökonomie

Die Lehrveranstaltung wurde 2019 mit dem Preis für Innovative Lehre ausgezeichnet und war auf der Shortlist des Ars Docendi. Hier finden Sie das ausführliche LV-Konzept mit vielen weiteren Anregungen.
Weitere Anregungen Kapitel 4.1

Besonderheit

Mittels Online-Quiz bereiten sich Studierende trotz der vorherrschenden Anonymität in Groß-Lehrveranstaltungen  gezielt auf LV-Einheiten vor.

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Was? Studierende entwickeln Fragen bzgl. des Lernstoffs, wodurch die Auseinandersetzung mit dem Stoff vertieft wird. Anschließend beantworten sie sich gegenseitig die konzipierten Fragen innerhalb der LV-Einheiten und besprechen diese im Plenum.
LV-Größe Großgruppen-LV
Ziele
  • Studierende erkennen zentrale Aspekte der vermittelten LV-Inhalte
  • Studierende sind in der Lage, sinnvolle Reflexionsfragen zu erstellen
Wie?
  • Studierende erhalten zu Beginn der Einheit die Information, dass es in der Pause der zweigeteilten Vorlesungseinheiten (2x90min) die Möglichkeit gibt, eine Reflexionsfrage über den besprochenen Stoff an den*die Lehrende zu senden (Tel.nr. ist bekannt zu geben).
  • Bis zu 20 min vor der Pause entwickeln die Studierenden aus dem Lehrstoff heraus Reflexionsfragen.
  • Die via SMS an den*die Lehrende übermittelten Fragen werden in der Pause (mithilfe von Tutor*innen) gesichtet, gesammelt und einige ausgewählt.

  • In der zweiten Vorlesungseinheit werden die ausgewählten Fragen gezeigt.
  • Die Studierenden diskutieren die Fragen untereinander.
  • Anschließend wird mit dem*der Lehrenden diskutiert, welche Fragen hilfreich waren und warum.
  • Gute Reflexionsfragen werden mit Bonuspunkten belohnt.
Lehrveranstaltung

Gerhard Furtmüller
Personal, Führung, Organisation
Management

Die Lehrveranstaltung wurde 2018 mit dem Preis für Innovative Lehre ausgezeichnet. Hier finden Sie das ausführliche LV-Konzept mit vielen weiteren Anregungen.
Weitere Anregungen Kapitel 4.1

Besonderheit

Da die Reflexion und Diskussion von LV-Inhalten während Groß-Lehrveranstaltungen oft zu kurz kommen, hilft der Einsatz von SMS-Nachrichten, um Inhalte von den Studierenden gezielt reflektieren und diskutieren zu lassen.

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Was? Studierende notieren Konzepte aus der Lehrveranstaltung und bringen sie mit ihren beruflichen oder persönlichen Kontexten in Verbindung. Die Reflexion und Einordnung von gelernten Inhalten stehen hierbei im Zentrum.
LV-Größe Klein- und Großgruppen-LV
Ziele
  • Erfahrungslernen und Reflexion fördern
  • Verbindungen zwischen LV-Inhalten, offenen Fragen und neuen Ideen festhalten
  • Praxisrelevanz gelernter Inhalte erschließen lernen
Wie?
  • Nach ausgewählten LV-Einheiten fordern die Lehrenden die Studierenden auf, Gelerntes in einem Lerntagebuch – in diesem Fall „Reality Check Block“ genannt – zu reflektieren.
  • Insbesondere sollen sie Beispiele aus dem eigenen beruflichen oder persönlichen Leben erörtern, in denen sie die Konzepte aus der Veranstaltung anwenden können. Sie reflektieren, in welchen Bereichen die Lehrinhalte ihr Verständnis im Alltag fördert. Die Studierenden können jedoch auch Fälle anführen, in denen diese Konstrukte nicht hilfreich sind, um Lösungen in der Realität zu finden.
  • Das Lerntagebuch hilft dabei, die Praxisrelevanz der Inhalte für Studierende aufzuzeigen. Außerdem erhalten Sie als Lehrende*r Feedback, welche Relevanz die Inhalte für Ihre Studierende haben. Besonders interessante Beispiele – sowohl positive wie auch negative – können Sie in den nächsten Veranstaltungen einbinden.
Lehrveranstaltung

Ben Greiner
Strategic Thinking and Analysis I + II, Managerial Economics Department of Strategy and Innovation
Institute for Strategy and Markets

Auf dem Atlas der Guten Lehre (externer Link) finden Sie das ausführliche LV-Konzept mit vielen weiteren Anregungen.

Weitere Anregungen 6.2 Homework Assignment

Besonderheit

In Groß-Lehrveranstaltungen bleibt oft wenig Zeit, um LV-Inhalte in die Praxis einzuordnen und so ihre Relevanz zu erkennen. Daher werden Lerntagebücher eingesetzt, die den Studierenden dabei helfen, LV-Inhalte in Bezug zu ihrem persönlichen und beruflichen Leben zu setzen.

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