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Lernen oder Spielen? Beides!

2013     Status Quo

„Was wäre, wenn …?“ und „Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung?“ Wenn Studierende sich mit solchen Fragen auseinandersetzen sollen, braucht es meist mehr als ein Lehrbuch und ein paar Übungsfragen. Viel hilfreicher wäre es, wenn Studierende selbst erleben würden, welche Handlungsmöglichkeiten zur Wahl stehen und welche Folgen ihre Entscheidungen haben – so als wären sie live dabei. Im Bachelorstudium Wirtschaftsrecht verfolgt ein eLearning-Projekt genau diese Idee und lässt Studierende realitätsnahe interaktive Fallsimulationen „durchspielen“. So müssen Studierende zum Beispiel abwägen, ob und wie die Betreiberin einer Putzmittel-Filiale ihre geplante Super-Schnäppchen-Aktion durchführen kann, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten (siehe Demoversion).

Von der Idee zum Spiel

Bei der Auswahl der juristischen Fälle für eine Fallsimulation wird besonders darauf geachtet, möglichst verschiedene fachliche Schwerpunkte und Perspektiven einzubeziehen. So kann ein Fall, der in der Lehrveranstaltung behandelt wird, aus Sicht der betroffenen Person geschildert sein, während die Fallsimulation zum Üben zu Hause das Thema aus dem Blickwinkel der Behörde beleuchtet. Umgesetzt werden die Fallsimulationen mit CaSim, einem an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf entwickelten browserbasierten Toolkit. Unter Einsatz unterschiedlicher Medien (Text, Bild, Film, Sound, …) verpackt CaSim eine „Geschichte“ in eine Simulation mit flexiblen, austauschbaren Funktionsblöcken bzw. Einzelbestandteilen. Funktionen können zu einer Szene zusammengefasst werden und verschiedene Szenen können beliebig aufeinander verweisen. Anstatt eines linearen Ablaufs entsteht so eine facettenreiche Darstellung eines Sachverhaltes und komplexe Fälle werden anschaulicher.

Let´s play & learn

Wenn Studierende die Fallsimulation „spielen“, wägen sie stets aufs Neue zwischen den vorgegebenen Handlungsmöglichkeiten ab und können zusätzlich Informationen abrufen. Die Auswirkungen der Entscheidungen nehmen wiederum unmittelbaren Einfluss auf den weiteren Verlauf der Simulation. So werden abstrakte Probleme für die Lernenden „greifbarer“ und Studierende sind gefordert, Fachwissen und Theorie zu verbinden, um zu einem Ziel zu gelangen. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht immer – die Erkenntnis, dass ein anderer Weg zielführender gewesen wäre, ist bereits ein wichtiger Lerneffekt. Die Studierenden erhalten Feedback zu ihrem gewählten Weg und werden auch auf ergänzende Lernunterlagen aufmerksam gemacht.

Die ersten Prototypen der juristischen Fallsimulationen kamen sowohl bei Studierenden als auch Lehrenden so gut an, dass die Anzahl der Lehrveranstaltungen, in denen Fallsimulationen eingesetzt werden, für das Sommersemester 2013 erhöht wurde. In rund 12 Lehrveranstaltungen werden Studierende die Gelegenheit haben sich mit den Fallsimulationen und anhand der Literaturgrundlage auf Prüfungen vorzubereiten.



2013 +     Die Zukunft

Nicht nur Studierende juristischer Fächer können von Fallsimulationen profitieren. Auch in anderen Bereichen kann es sinnvolle Einsatzszenarien geben, insbesondere, da es sich um sprachbasierte Simulationen handelt. Oder stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn Studierende in einem Spiel interdisziplinäre Situationen meistern müssen!

Noch attraktiver werden die Fallsimulationen für Studierende sicher, wenn sie ein fixer Bestandteil der Lehrveranstaltung sind. Durch eine Integration der Simulationen in  Lernplattformen könnte man diese noch besser einsetzen und zum Beispiel gezielt analysieren, wie erfolgreich die Simulationen genutzt werden und welche überraschenden  Entscheidungsmuster auftreten. Dazu braucht es aber erst die Unterstützung spezieller technischer Standards (wie etwa SCORM). Auch die Auswertung von Zwischenergebnissen und die automatische Bewertung der  Spieler/innen durch das eLearning-System gehen damit einher.










Probieren Sie es aus! Geben Sie Ihren Namen in die Demoversion unten ein und los geht das Spiel!
(Hinweis: Sie sehen in unten angegebener Box nichts? Die eingebundene Demoversion funktioniert am besten mit den Browsern Firefox und Google Chrome)

Interessiert oder Fragen? eDeveloper Robert Hammerl und eDeveloperin Monika Schafferhofer erzählen Ihnen gerne mehr über das Projekt!