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9.6 Praxisszenarien anleiten

Um Studierende für ihr späteres Berufsleben vorzubereiten und wichtige Kompetenzen hierfür zu stärken, können in der Lehre Szenarien aus der Praxis angewandt und durchgespielt werden. Durch die Konfrontation mit realen Begebenheiten lernen Studierende oft nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf emotionaler Ebene.

Was? Studierende recherchieren und arbeiten im Verlauf der Lehrveranstaltung eine zugewiesene Rolle in einer Gruppe, mithilfe von Diskussionen, Gruppenarbeiten und Präsentationen mit Feedback, aus. Diese Vorbereitungen gipfeln in der Simulation eines Szenarios der realen Welt, z. B. einer UN-Klimakonferenz.
LV-Größe Großgruppen-LV
Ziele
  • Erwerb von Verhandlungskompetenzen und Kompetenz in komplexer Interaktionsdynamik
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Kompetenzen
Wie?
  • Die Studierenden werden in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Die Zuweisung der Rolle sollte unabhängig von den persönlichen Einstellungen der Studierenden erfolgen.
  • Die Studierenden arbeiten ihre Rolle in Form eines Background Briefing Papers aus, das dann in der Lehrveranstaltung präsentiert wird. Dieses Paper beinhaltet die grundlegenden Fakten, bspw. Entwicklungen, Interessen, Positionen und Bedenken der jeweiligen Position. Bereits bei der Ausarbeitung des Background Briefing Papers arbeiten die Studierenden in Gruppen zusammen.
  • Zur Vorbereitung auf das Rollenspiel kann die Verhandlungsfähigkeit geübt werden. Studierende sollen dabei die Kompetenz erwerben, Kompromisse bzw. gemeinsame Interessen zwischen unterschiedlichen Akteur*innen zu finden und Lösungen zu erreichen.
  • Das Ziel des Rollenspiels kann bspw. sein, ein Agreement zwischen den verschiedenen Positionen/Gruppen zu finden.
    Ablauf:
    • Die erste Verhandlung startet mit einem kurzen Statement zu den Erwartungen/Wünschen der Gruppen. Dieses wird von jeweils einer Person vorgetragen und basiert auf dem Positionspapier.
    • Danach teilen sich die Gruppenmitglieder in Arbeitsgruppen auf.
    • Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden in einer Plenarsession vorgestellt. Jede Einigung, die in den Arbeitsgruppen erzielt wurde, wird in der abschließenden Plenarsession durch eine Abstimmung aller Gruppenmitglieder bestätigt. Die Studierenden handeln viele wichtige Details aus und kommen zu innovativen wie auch zu kontroversen Lösungen. 
  • In der darauffolgenden LV-Einheit gibt es ein Debriefing, das eine tiefergehende Reflexion und Feedback zur Lehrveranstaltung zulässt.
Lehrveranstaltung

“Climate Change Strategy Role Play” -  Englischsprachiger Kurs in Kooperation mit anderen Business Schools aus der “Community of European Management Schools” (CEMS)

Diese Lehrveranstaltung war auf der Ars Docendi Shortlist 2018. Auf dem Atlas der Guten Lehre (externer Link) finden Sie das ausführliche LV-Konzept mit vielen weiteren Anregungen.

Besonderheit

Durch die Vorbereitung und Durchführung eines komplexes Rollenspiels wird kooperatives Lernen gefördert.

Für vollständige Informationen bitte aufklappen.
Was? Im Rahmen der Lehrveranstaltung wird über das Semester hinweg ein Real-Life-Case unter Einbehaltung aller Vorgaben aus der Praxis von Studierenden bearbeitet. Diese übernehmen die Rollen beteiligter Personen und fertigen nicht nur Schriftsätze etc. an, sondern verhandeln den Fall auch mündlich.
LV-Größe Kleingruppen-LV
Ziele
  • Studierenden an echte Sachverhalte hoher Komplexität heranführen
  • Studierenden üben, Interessen zu vertreten und argumentativ zu belegen
  • Studierende lernen, Gegenargumente vorherzusehen und entgegenzutreten
  • Studierenden werden mit der berufsspezifischen Situation konfrontiert und lernen Interessen zu vertreten, die möglicherweise als moralisch bedenklich aber juristisch korrekt einzustufen sind
Wie?
  • Der*die Lehrende wählt reale Gerichtsfälle als Fallstudien, um sie realitätsnah zu simulieren.
  • Zusätzlich können externe Praxispartner*innen, z. B. Sachbearbeiter*innen als Coaches den Studierenden zur Seite gestellt werden.
  • Die Studierenden übernehmen die Rollen der in diesem Verfahren handelnden Personengruppen. Sie haben die Aufgabe, über das Semester die Argumentationslinien zu erarbeiten und Schriftsätze aus der Perspektive der verschiedenen Personengruppen zu verfassen.
  • Während dieser Phase der Erarbeitung instruieren die Lehrenden und die Coaches nicht, sondern formulieren und verdeutlichen Problemstellungen und greifen nur im Bedarfsfall unterstützend ein.
  • Die Studierenden präsentieren ihre Ausarbeitungen im Rahmen ihrer Rolle in einer mündlichen Verhandlung am Ende des Semesters.
  • Der*die Studierende in der Rolle des*der Richter*in arbeitet das Urteil aus und verkündigt dieses.
Lehrveranstaltung

Matthias Petutschnig, Eva Eberhartinger
Projektseminar „Angewandte Steuerlehre“
Finance, Accounting and Statistics

Die Lehrveranstaltung wurde 2016 mit dem Preis für innovative Lehre ausgezeichnet.

Besonderheit

Studierende bearbeiten einen (gerichtlichen) Real-Life-Case und nehmen dafür unterschiedliche Rollen ein.

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Was? In der Lehrveranstaltung wird eine wissenschaftliche Tagung simuliert, bei denen die Studierende im Rahmen von Vorträgen Forschungsergebnisse präsentieren können.
LV-Größe Kleingruppen-LV
Ziele
  • Studierende erhalten einen Einblick in den Ablauf von Tagungen
  • Studierende üben das Aufbereiten und Präsentieren ihrer Forschungsergebnisse
Wie?
  • Als Lehrende*r organisieren sie in einer LV-Einheit – tendenziell am Ende des Semesters – eine wissenschaftliche Tagung, in der Studierende vorangegangene (Forschungs-)arbeiten präsentieren.
  • Die Studierenden präsentieren ihre Projekte ähnlich wie bei einer Konferenz und leiten danach die Moderation.
  • Die zuhörenden Studierenden schlüpfen in die Rolle von Discussants.
  • Je nach zur Verfügung stehenden Ressourcen können Studierende auch eine Keynote halten oder eine Podiumsdiskussion führen.
  • Auch die Verbindung mit Posterpräsentationen ist möglich, um eine wissenschaftliche Tagung möglichst realitätsnah zu simulieren.
Lehrveranstaltungen

Katharina Miko-Schefzig, Karin Sardadvar
Das interdisziplinäre sozioökonomische Forschungspraktikum: Eine Projektwerkstatt mit realem Forschungsbezug
Kompetenzzentrum für empirische Forschungsmethoden
Die Lehrveranstaltung wurde 2017 mit dem Preis für Innovative Lehre ausgezeichnet sowie war 2018 auf der Ars Docendi Shortlist. Hier finden Sie das ausführliche LV-Konzept mit vielen weiteren Anregungen.

Weitere Anregungen 9.5 Möglichkeiten der Studierenden-Präsentation (Posterpräsentationen)

Besonderheit

Die Simulation einer wissenschaftlichen Tagung erlaubt Studierenden ihre Arbeiten professionell, aber in einem geschützten Rahmen zu präsentieren und zu diskutieren.

Für vollständige Informationen bitte aufklappen.