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Teachers Talk

Jonas Bunte

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Univ. Prof. Jonas Bunte Ph.D. ist Leiter des Instituts für Internationale Politische Ökonomie (IPE). In seiner Forschung untersucht er insbesondere die Zusammenhänge zwischen Politik und Finanzen, Schulden, Handel und Investitionen. Seine herausragende Arbeit wurde mit verschiedenen Preisen für Forschung und Lehre gewürdigt, darunter der diesjährige Preis für Exzellente Lehre. In diesem Interview verrät er, wie er seine Studierende zur Mitarbeit anregt und was ihm selbst in seiner Lehr-Karriere am meisten weitergeholfen hat.

Was zeichnet Ihre Lehre aus?

Ein zentrales Anliegen meiner Lehre ist die Entwicklung von drei Kernkompetenzen. Die erste Säule, die Thinking Skills, fördert die Formulierung präziser Fragen, um mehrere konkurrierende Erklärungsansätze zu entwickeln und zwischen diesen abzuwägen. Die Doing Skills betonen die Bedeutung von Medienkompetenz und Teamarbeit. Hierbei geht es nicht nur darum, neue Erklärungsansätze zu entwickeln, sondern diese auch umzusetzen, was eine kollaborative und kommunikative Herangehensweise erfordert. Dies schließt die Inhaltsvermittlung über verschiedene Medientypen und an unterschiedliche Zielgruppen ein. Die dritte Säule, die Character Skills, konzentriert sich auf den Umgang mit Ungewissheit und Herausforderungen. Sie fördert die Resilienz und lehrt, Komfortzonen zu verlassen und auch bei unvollständiger Information entscheidungsfähig zu bleiben. Ich nutze die Themen und Inhalte der "Internationalen Politischen Ökonomie", unter anderem in der Spezialisierung "Politics and Money", um dies zu erreichen.

In meinem persönlichen Umgang mit den Studierenden strebe ich eine Balance zwischen Zugänglichkeit und Motivation einerseits sowie Förderung und Herausforderung andererseits an. Das Wichtigste ist, Studierende ernst zu nehmen. Ich bemühe mich, die Studierenden dort abzuholen, wo sie stehen, und die Relevanz der Fähigkeiten und Inhalte für ihre zukünftigen Herausforderungen aufzuzeigen. Zu Beginn eines jeden Kurses erläutere ich zudem, warum ich bestimmte Lehrmethoden anwende, indem ich auf Forschungsergebnisse verweise, die die Effektivität der in meinen Kursen angewandten Ansätze belegen

Welche Methoden wenden Sie an, um die mündliche Mitarbeit anzuregen?

Inhaltlich setze ich besonders auf Aktualität und die Einbindung der vielfältigen Hintergründe meiner Studierenden. Jede Kurseinheit beinhaltet mehrere aktuelle Zeitungsartikel, die eine direkte Verbindung zwischen dem Lehrstoff und realen aktuellen Ereignissen herstellen. Dies verdeutlicht nicht nur die Relevanz des Gelernten, sondern fördert auch lebhafte Diskussionen. Zudem nutze ich die Diversität im Kursraum, indem ich die Studierenden ermutige, ihre eigenen Perspektiven einzubringen. An der WU haben wir einen sehr vielfältigen und talentierten Studierendenkörper, sodass wir von unseren jeweils unterschiedlichen Erfahrungen profitieren können.

Während des Unterrichts nutze ich einen Chat, der es den Studierenden ermöglicht, Fragen zu stellen, ohne unbedingt die Hand heben zu müssen. Zusätzlich integriere ich kleine Umfragen, um unmittelbares Feedback und unterschiedliche Meinungen einzufangen. In jeder Einheit gibt es mindestens eine Fallstudie, in der die Studierenden eine aktuelle Situation aus verschiedenen Perspektiven analysieren müssen. Humor ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil meiner Methodik; ich verwende gerne Memes, um komplexe Themen greifbar zu machen und unterhaltsam zu gestalten. Auch moderne Medienformate wie TikTok und Podcasts setze ich ein, um den Stoff lebendig und ansprechend zu präsentieren. Weitere Beispiele finden interessierte Leser*innen hier: IPE@WU Analysis und IPE@WU Careers.

Was hat Ihnen selbst in Ihrer Lehr-Karriere am meisten weitergeholfen?

Zum einen war es die Möglichkeit, während meines Doktorats eine umfassende pädagogische Ausbildung an der University of Minnesota zu erhalten. Diese Kurse und Workshops haben meine Augen für die vielfältigen Möglichkeiten in der Lehre geöffnet. Zweitens forsche und publiziere ich selbst im Bereich der "Scholarship of Teaching and Learning". Das Studium dieser Literatur bietet mir viel Inspiration und Anregung. Schließlich bin ich der Überzeugung, dass ich auch viel von meinen Studierenden lernen kann. Indem ich aktiv Feedback einfordere und ernst nehme, erhalte ich wertvolle Daten, um zu erfahren, was in meinen Kursen gut funktioniert und wo Verbesserungsbedarf besteht.

Haben Sie Tipps für eine gelungene Lehrveranstaltung, die Sie an interessierte Kolleg*innen weitergeben können?

Ich selbst habe viel von meinen Kolleg*innen gelernt. Durch Initiativen für Peer-Feedback habe ich Kolleg*innen zu meinen Veranstaltungen eingeladen, um deren Rückmeldungen zu erhalten, und dann umgekehrt ihnen Feedback zu ihren Kursen gegeben. Ein ähnliches Konzept habe ich im Kontext des Programms „Zukunftsfähiges Wirtschaften – Vertiefung und Anwendung“ etabliert: Hier haben Lehrende die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Dieser Austausch ist freiwillig und bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, eigene Lehrmethoden zu reflektieren und zu verbessern.