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Kollegiales Feedback: Perspektivenwechsel in der Lehre

Links und Beiträge zum Weiterlesen

Für die Reflexion der eigenen Lehre können Sie neben der studentischen LV-Evaluation auch Feedback von Kolleg*innen einbeziehen. Peer Feedback stellt eine gute Möglichkeit dar, um eine andere Perspektive auf die eigene Lehre zu erhalten, sich auszutauschen und bestimmte Aspekte der Lehre weiterzuentwickeln. Wir haben für Sie einige didaktische Tipps für das Peer Feedback sowie Leitfäden mit entsprechenden Materialien anderer Hochschulen zusammengestellt.

Während Peer Review in der Forschungspraxis bereits ein etabliertes Instrument ist, ist es in der Lehrpraxis im deutschsprachigen Raum vergleichsweise wenig verbreitet. Ergänzend zum Feedback der Studierenden bietet es jedoch den Vorteil, Rückmeldungen von erfahrenen Lehrpersonen zu bekommen, die die Herausforderungen aus der Lehre selbst kennen, sich mit der Situation identifizieren können und über didaktisch-methodische Kompetenzen verfügen. Kollegiales Feedback führt in der Regel zu realistischen und umsetzbaren Anregungen. Dabei geht es nicht um eine Kontrolle, sondern um das Aufzeigen möglicher „blinder“ Flecken, aber auch um die Bestätigung von bestimmten Herangehensweisen oder neuen Methoden, die Sie beispielsweise im Distanzbetrieb ausprobiert haben oder ausbauen möchten.

Für das formative Peer Review wählen Sie am besten eine Lehrperson aus, zu der Sie ein vertrauensvolles Verhältnis haben und lassen Sie sie zum Beispiel an einer Ihrer Lehrveranstaltungen teilnehmen. Sie können auch Ihre Unterrichtsmaterialien und Lehrkonzepte herzeigen und gemeinsam besprechen. Haben Sie vielleicht Lehrveranstaltungen im Distanzbetrieb aufgezeichnet, die Sie überarbeiten möchten? Von den Feedbackgeber*innen erhalten Sie eine freundlich-kritische Rückmeldung und können das synchrone und asynchrone Lehrangebot zusammen reflektieren. Anschließend empfehlen wir, die Rollen zu tauschen, denn auch als „Beobachter*in“ lernen Sie neue Unterrichtsmethoden und bekommen Anregungen, wie Sie Ihre Lehr- und Lernstrategien weiterentwickeln können. Der kollegiale Austausch führt somit sowohl zu einem didaktischen Kompetenzerwerb als auch zu einem Qualitätsbewusstsein in der Lehrpraxis.

Tipps, wie Sie das formative Peer Feedback sowohl im Distanzbetrieb als auch am Campus durchführen und welche Materialien Sie dafür verwenden können, finden Sie auf den Seiten, die wir für Sie gesammelt haben:

Der Leitfaden der University of Toronto beschreibt unterschiedliche Feedbackvarianten, die Sie auch aus dem Peer Feedback unter Studierenden kennen. Im Peer Review für Lehrende können Sie auch zwischen dem 1:1 Feedback, 1:2 Feedback (triads) oder einem Gruppenfeedback zu viert (sqares) wählen. Im Anhang des Guides finden Sie praktische Templates, die Sie für den Peer Review Prozess nutzen können.

Auf der Website zur kollegialen Beratung in der Lehre der Uni Freiburg werden Sie durch die unterschiedlichen Phasen des Feedbackprozesses geleitet und mit praktischen Tipps versorgt. Zudem werden Feedbackbögen für die Selbst- und Fremdeinschätzung zum Download bereitgestellt. Abschließend finden Sie eine übersichtliche Wiederholung der wichtigsten Regeln für ein konstruktives Feedback.

Die University of British Columbia stellt eine step-by-step-Anleitung für das formative Peer Feedback speziell in der Online-Lehre zur Verfügung. Neben den einzelnen Schritten, wie Sie zum Beispiel eine digitale Classroom-Observation durchführen, werden weitere Materialien u. A. eine Quality-Checklist für Online-Lehre, bereitgestellt. Einen guten allgemeinen Einblick in das Peer Feedback bekommen Sie auch in den kurzen Tutorials

Umfangreich listet die Vanderbilt University mögliche Aspekte auf, auf die bei der Teilnahme an einer fremden Lehrveranstaltung geachtet werden kann (z. B. Aktivierung der Studierenden, didaktisch-methodische Kompetenzen, Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden). Wenn Sie sich unsicher sind, welche Lehrperson für das Peer Feedback in Frage kommt, finden Sie auf dieser Website Kriterien, die für die Auswahl wichtig sein können. Beispielsweise kann es für Sie bedeutsam sein, ob die/der Kolleg*in fachnahe oder fachfremd ist.

Weitere Quellen:

Mendzheritskaya, J./I. Ulrich/M. Hansen/C. Heckmann, „Gut beraten an der Hochschule. Wege zum besseren Lehren und Lernen“, Stuttgart: Kohlhammer 2018.

Universität Zürich, „Hochschuldidaktik. Kollegiale Hospitation“, Zürich 2011. http://www.hochschuldidaktik.uzh.ch/dam/jcr:00000000-1937-95a7-0000-0000458671cd/Dossier-Kollegiale-Hospitation-07-2011.pdf