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6.3 Prüfungsfragen formulieren 1: Geschlossene und offene Fragetypen

Prüfungsfragen lassen sich prinzipiell in geschlossene und offene Fragen unterteilen. Während bei einer geschlossenen Frage nur eine korrekte Antwort existiert, müssen bei offenen Fragestellungen die Studierenden die Antworten in eigenen Worten formulieren, wodurch jeweils andere Learning Outcomes abgeprüft werden.

Folgende Tabelle bietet Ihnen einen Überblick, wann Sie am besten geschlossene und offene Fragen verwenden.

Geschlossene Fragen Offene Fragen

Wenn Sie...

  • primär das Wissen, das Verständnis und die Anwendung von Lerninhalten überprüfen wollen.

  • eine unkomplizierte und schnelle Auswertung der Antworten möchten.

  • keinen Interpretationsspielraum bei der Beurteilung möchten.

  • eine objektive und faire Beurteilung sicherstellen wollen.

Wenn Sie überprüfen möchten, ob Studierende in der Lage sind…

  • Lerninhalte zu benennen, zu erklären, zu analysieren, zu vergleichen und zu bewerten.

  • vorgegebene Problemfälle zu lösen.

  • Argumente nachvollziehbar schriftlich darzulegen

Wenn Sie…

  • die Rategefahr minimal halten möchten.
  • kreative Antworten bei der Beurteilung berücksichtigen möchten.

Geschlossene Fragen

Geschlossene Fragen kennzeichnen sich dadurch aus, dass nur eine korrekte Antwort existiert. Diese Art von Fragestellung zielt darauf ab, das Wissen, das Verständnis und die Anwendung von Lerninhalten zu überprüfen und ermöglicht eine unkomplizierte und schnelle Beurteilung.

Aufgabentypen von geschlossenen Fragen

Geschlossene Fragen können unterschiedlich formuliert werden. Auch Multiple-Choice Aufgaben gehören zu den geschlossenen Fragen. Entscheidend für die Auswahl des Fragetyps ist die Intention der Frage. Zur Beurteilung bieten es sich bei allen Aufgabentypen vorab an eine Musterlösung zu erstellen.

Was?

Studierende wählen aus Antwortmöglichkeiten zu einer Aussage die richtige (z. B. wahr/falsch, ja/nein, stimme zu/stimme nicht zu, gültig/ungültig) aus.

Beispielaufgabe (aus der Prüfung „Arbeits- und Sozialrecht“):

Wofür?

Um zu überprüfen, ob Studierende…

  • Definitionen kennen.
  • Gesetzmäßigkeiten verstehen.
  • zwischen Fakt und Meinung unterscheiden können.
  • logische Schlüsse ziehen können.
  • gängigen Fehlinterpretationen erliegen.
Wie?
  • Verfolgen Sie pro Frage nur einen Leitgedanken.
  • Vermeiden Sie Aussagen mit Verneinung, insbesondere doppelter Verneinung.
  • Vermeiden Sie absolute und vage Begriffe wie nie, nur, alle, keine, immer, könnte, dürfte, kann, darf, manchmal, generell, einige oder wenige.
  • Formulieren Sie eine gleiche Anzahl richtiger und falscher Aussagen (Studierende wählen eher „wahr“, wenn sie raten).
  • Verwenden Sie in den Aussagen nicht denselben Wortlaut wie in Ihrem Skript oder anderen Lernunterlagen, um Auswendiglernen vorzubeugen.
  • Verwenden Sie keine Aussagen, die „tricky“ sind (z. B. Aussagen, die nur deshalb falsch sind, weil ein Buchstabe in einem Fachbegriff oder Namen falsch eingebaut wurde).
  • Versuchen Sie, richtige Aussagen in der gleichen Satzlänge zu formulieren wie falsche (lange Aussagen werden eher als falsch bewertet).
  • Anstelle der Auswahlmöglichkeit wahr/falsch können Sie vielfältige Begriffe verwenden, z. B. gültig/ungültig, Fakt/Meinung, stimme zu/stimme nicht zu, korrekt/inkorrekt.
Variante

Falsche Aussagen korrigieren:
Die Aufgabe besteht darin, Fehler in einer vorgegebenen falschen Aussage auszumachen und zu korrigieren. Sie stellen mit dieser Variante höhere Ansprüche als mit der einfachen Unterscheidung zwischen wahr und falsch.
Z. B.: „Betriebsmittel umfassen Hilfsstoffe und Betriebsstoffe.“ Ist diese Aussage über Betriebsmittel richtig? Wenn falsch, korrigieren Sie diese.

WU-Hinweis In MyLEARN erstellen Sie eine Wahr-Falsch-Frage über den Typ "Single-Choice-Frage". Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.
Was?

Studierende ordnen vorgegebene Definitionen, Begriffe, Aussagen etc. einer oder mehreren korrekten Antwortalternativen zu. Häufig stehen sich zwei Reihen von Elementen gegenüber, die zueinander in Beziehung gesetzt werden müssen.

Beispielaufgabe:

Bei einer Online-Aufgabe kann die Zuordnung i. d. R. über ein Drop-Down-Menü oder über Drag & Drop erfolgen und ermöglicht so variantenreiche Lösungswege.

Wofür?

Um zu überprüfen, ob Studierende…

  • Definition oder Ursache-Wirkung kennen.
  • Verhältnisse und Beziehungen zwischen ähnlichen Begriffen und Konzepten verstehen.
  • zusammenhängende Ideen, Konzepte und Theorien vergleichen und kategorisieren können.
Wie?
  • Achten Sie darauf, dass alle zuzuordnenden Begriffe plausibel sind.
  • Bringen Sie die zuzuordnenden Begriffe in eine logische Reihenfolge (z. B. alphabetisch, chronologisch) – so erleichtern Sie den Studierenden den Überblick.
  • Bei einer Online-aufgabe können Sie eine Zuordnungsfrage auch als Lückentext-Frage umsetzen (siehe Beispiele), falls Ihre Lernplattform keinen eigenen Fragetyp "Zuordnungsfrage" bietet.
TIPP Verwenden Sie eine ungleiche Anzahl von Aussagen und zuzuordnenden Begriffen – so wird die Rategefahr vermindert (z. B. kann ein Begriff mehreren Aussagen zugeordnet werden oder auch gar nicht; vergessen Sie nicht den Studierenden diese Infos zu geben!).
Beispiel
Abb. 1: Beispiel für eine Zuordnungsübung mit Drop-Down, realisiert als Lückentext-Frage (Marketing, MyLEARN)
Abb. 2: Beispiel für eine Zuordnungsübung mit Drop-Down, realisiert als Lückentext-Frage (Accouting & Management Control I, MyLEARN) ​
WU-Hinweis In MyLEARN erstellen Sie eine Zuordnungsfrage über den Typ "Lückentext-Frage" mit der Option Drop-Down. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.
Was?

Studierende ergänzen eine teilweise bereits vorgegebene Antwort mit einem Wort, einer Zahl oder einem Satz, die sie ggf. aus einer Auswahl an Lösungsmöglichkeiten aussuchen.

Lückentext zum freien Einsetzen: Diese Form ist insbesondere bei reinem Reproduzieren hilfreich.

Satz zu Ende führen: Ein unvollständiger Satz wird mit eigenen Worten vervollständigt.

Kombinationsaufgabe: Stellen Sie Ergänzungsaufgaben nicht thematisch voneinander losgelöst, sondern verwenden Sie Kombinationen von Ergänzungsaufgaben, die innerhalb eines Absatzes beantwortet werden.
Wofür?

Um zu überprüfen, ob Studierende…

  • Schlüsselbegriffe und -konzepte sowie Definitionen kennen und verstehen.
  • wer/was/wann/wo-Informationen abrufen und wiedergeben können.
  • richtige grammatikalische Formen bilden können (Fremdsprachen).
  • Fremdsprachliche Vokabeln beherrschen.
Wie?
  • Verwenden Sie bei Lückentexten gleich lange Lücken, um durch die Beschaffenheit der Lücke keine Hinweise auf die richtige Antwort zu geben.
  • Vermeiden Sie grammatikalische Hinweise auf die einzusetzende oder zu ergänzende Antwort in vorangestellten oder folgenden Wörtern (z. B. Plural, Artikel).
  • Verwenden Sie nur eine begrenzte Zahl von Lücken innerhalb einer Aufgabe.
Variante Ohne Auswahlmöglichkeit: Werden keine Auswahlmöglichkeiten gegeben wird die Frage erschwert und es handelt sich um eine offene Fragestellung.
Beispiele
Abb. 3: Beispiel für eine Lückentext-Übung zum freien Einsetzen mit Vorgaben (English Business Communication I, MyLEARN).
Abb. 4: Beispiel für eine Lückentext-Frage mit Drop-Down-Auswahl (Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, MyLEARN).
Abb. 5: Beispiel für eine Lückentext-Übung mit Wortliste (Beschaffung, Logistik, Produktion, MyLEARN). ​
WU-Hinweis Auf MyLEARN erstellen Sie eine Lückentext-Frage im Bereich „Lernaktivitäten“ über den Typ „Lückentext-Frage“. Sie haben unterschiedliche Optionen zur Gestaltung der Frage, z. B. Drop-Down-Menü der Worte, Wortliste, Aufdecken einzelner Buchstaben oder Einfügen von Lösungshinweisen zur Lücke.
Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.
Was?

Studierende bringen eine vorgegebene Anzahl von ungeordneten Elementen (z. B. Handlungen, Schritte, Situationen) in eine sachlich oder zeitlich richtige Reihenfolge.

Wofür?

Um zu überprüfen, ob Studierende…

  • zeitliche Abfolgen oder Funktionsabläufe wiedergeben können.
  • wichtige Prozessschritte kennen.
  • Situationen und Abfolgen logisch ordnen können.
  • die zeitliche Abfolge von Ereignissen einordnen können.
Beispiele
Abb. 6: Beispiel einer Reihungsfrage mit Drop-Down-Auswahl (Einführung in die Betriebswirtschaft, MyLEARN) ​
WU-Hinweis Auf MyLEARN erstellen Sie eine Reihungsfrage über den Typ "Lückentext-Frage". Studierende tragen in die Lücke eine Zahl oder einen Buchstaben ein oder wählen aus einem Drop-Down-Menü. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.

Offene Fragen

Bei offenen Fragen gibt es nicht nur eine korrekte Antwort. Studierende müssen die Antworten auf eine Prüfungsfrage selbstständig und in eigenen Worten formulieren. Möchten Sie offene Fragen bei einer Prüfung stellen, bieten sich unterschiedliche Aufgabentypen an, die jeweils andere Anforderungen an die Studierenden stellen.

Offene Fragen formulieren

Transparenz, Klarheit, Fairness und Gültigkeit sind wichtige Merkmale einer guten Prüfungsfrage. Diese Anforderungen in die Tat umzusetzen, ist jedoch nicht immer leicht. Sie stehen dabei stets vor der Herausforderung den Mittelweg zwischen zu leichten/zu schwierigen, zu langen/zu kurzen und zu detailliert/zu wenig beschriebenen Aufgabenstellungen zu finden. 

Generell sollten sich Prüfungsfragen immer nach jenen Learning Outcomes der Lehrveranstaltung richten, die Sie mit der Prüfung überprüfen können und wollen.

Beispiel 1: Um Learning Outcomes zu überprüfen, die auf das Wissen und die Kenntnis von fachlichen Aspekten abzielen, fragen Sie gezielt nach der Wiedergabe dieses Wissens ohne Studierende aufzufordern, Inhalte zu argumentieren oder zu analysieren. Hierfür bieten sichVerben wie aufzählen, nennen, definieren, anführen an (bspw.: Zählen Sie die Gründe für das Handelsbilanzdefizit Österreichs auf!).

Beispiel 2: Um Learning Outcomes zu überprüfen, die das Verständnis, die Analyse und die Beurteilung von fachlichen Inhalten fokussieren, formulieren Sie Fragestellungen, die die Studierenden auffordern, selbstständig weiterzudenken und ihre Antwort in eigenen Worten zu formulieren. Verben wie erklären, vergleichen, entwickeln, begründen, formulieren können hierfür hilfreich sein.

Sie sollten bei der Erstellung der Prüfungsfragen außerdem darauf achten, …

  • ob die Aufgaben das testen, was Sie überprüfen wollen.
  • ob in den Aufgaben unterschiedliche Schwierigkeitsstufen berücksichtigt sind und, falls ja, auch in der Beurteilung beachten.
  • ob Sie den Studierenden eine Orientierung hinsichtlich des gewünschten Umfangs der Antwort geben wollen, z. B. ca. 100 Worte, 3 Beispiele etc.
  • genaue Angaben zu machen, wie detailliert die Antwort sein soll und wie sie formuliert sein soll, z. B. in Stichworten, in ganzen Sätzen, jeweils drei Aspekte, in kurzen Worten etc.
  • anzuführen, ob Studierende die Antwort gliedern sollen.

Überlegen Sie sich weiters, ob die Studierende die Auswahl zwischen mehreren Aufgabenstellungen haben sollen und ob Hilfsmittel (z. B. in Form von LV-Unterlagen) erlaubt sind.

Die Qualität einer schriftlichen Prüfung beschränkt sich nicht auf die Qualität der einzelnen Prüfungsaufgaben. Auch mit einer durchdachten Anordnung der Prüfungsaufgaben können Sie dazu beitragen, dass Studierende eine Prüfung als gut strukturiert, logisch und klar empfinden, was häufig wiederum die Aufgabenbearbeitung erleichtert. Gruppieren Sie die Aufgaben daher sinnvoll. Dies kann je nach Kontext nach unterschiedlichen Parametern erfolgen: inhaltlicher Zusammengehörigkeit von Aufgaben, angesprochenen Learning Outcomes und Aufgabentypen. Beginnen Sie innerhalb eines Themengebiets mit den einfacheren Aufgaben und setzen Sie die anspruchsvolleren ans Ende.

WU-Hinweis: Auf MyLEARN erstellen Sie eine Offene Frage über den Typ „Offener Arbeitsauftrag“. Sie können dabei entscheiden, ob Studierende lediglich die Frage als „erledigt“ markieren (und die Antwort somit nicht direkt auf LEARN, sondern an einem anderen Ort verschriftlicht wird oder nur gedanklich durchgespielt wird). Oder Sie legen fest, dass ein Texteingabefeld für die Antwort unterhalb der Frage bereitgestellt wird. Eine dritte Option wäre, die Antwort der Studierenden mittels Dateiupload zu speichern. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.

Beispiel für eine Offene Frage als Diskussions-Anregung für eine LV-Einheit (Betriebliche Informationssysteme 1, MyLEARN) (Abb. 7)

Beispiel für eine Offene Frage zur Fallbearbeitung inkl. Texteingabefeld und Musterlösung (Grundlagen des Zivilrechts, MyLEARN) (Abb. 8)

Beispiel für eine Offene Antwort mit Tipp und Musterlösung (Marketing, MyLEARN) (Abb. 9)

Beurteilung von offenen Fragen

Beurteilungskriterien sollten nicht erst bedacht werden, wenn die schriftlichen Prüfungen bereits eingesammelt sind und mit dem Korrigieren begonnen wird. Die folgenden Vorschläge dienen als Anregung, sich mit Beurteilungskriterien schon vorab auseinanderzusetzen.

Legen Sie Beurteilungskriterien schon im Vorfeld fest, idealerweise gleichzeitig mit der Konstruktion einer Prüfungsaufgabe. Eine Möglichkeit Kriterien festzulegen und aufzuschlüsseln, sind Rubrics und/oder auch Musterlösungen. Legen Sie bei komplexeren offenen Aufgaben mehrere voneinander unterscheidbare Kriterien fest, anhand derer Sie die Antwort beurteilen (analytische Beurteilung).
Beispiel: Eine offene Aufgabe, die von Studierenden einen differenzierten Vergleich zweier Modelle verlangt, kann beurteilt werden hinsichtlich: dem Grad der Problemerfassung, der Fähigkeit Zusammenhänge aufzuzeigen und dem Ausmaß an Lösungsorientiertheit.

Aufgabentypen von offenen Fragen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten offene Fragen zu formulieren. Wichtig bei der Wahl der Art der Frage ist, welche Kompetenzen Sie abprüfen wollen.

Was?

Studierende beantworten eine Frage ausführlich und unter Einhaltung bestimmter Vorgaben hinsichtlich Umfang, Form, Hilfsmitteln oder aber völlig frei. Bei dieser Aufgabenform ist die Freiheit hinsichtlich der Beantwortung durch die Studierenden sehr groß. Die Studierenden sollen beispielsweise einen Sachverhalt interpretieren, analysieren oder bewerten.

Achten Sie bei der Formulierung der Frage darauf, einen möglichst klaren Fokus vorzugeben. Dies verhindert, dass Studierende mit vagen Verallgemeinerungen antworten und versuchen Wissen vorzutäuschen und hilft bei der späteren Beurteilung. Auch die Formulierung einer Musterlösung kann Ihnen helfen die Fragestellung zu präzisieren.

Beispielaufgabe:

Wofür?

Um zu überprüfen, ob Studierende…

  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Konzepten identifizieren und diese beurteilen können.
  • Daten interpretieren und Schlussfolgerungen aus vorhandenen Informationen ziehen können.
  • Hypothesen und Ideen entwickeln können.
  • Lösungsorientierung in neuen Situationen demonstrieren können.
  • argumentieren können.
TIPP

Verwenden Sie praxisnahe, aktuelle Probleme und Themen als Ausgangspunkt für die Aufgabenstellung, z. B. Artikel aus der Fachpresse, Newsmeldungen zu neuen Tendenzen und Entwicklungen, kontroverse Aussagen von Forscher/inne/n.

Weiterführende Links

https://testing.byu.edu/handbooks/WritingEffectiveEssayQuestions.pdf

Was? Studierende antworten auf eine Frage mit einer kurzen Antwort in Form von ein paar Sätzen. Bei der Variante "Satz zu Ende führen" wird ein unvollständiger Satz mit eigenen Worten vervollständigt.
Wofür?

Um zu überprüfen, ob Studierende…

  • Schlüsselbegriffe und -konzepte sowie Definitionen kennen, verstehen und anwenden können.
  • Informationen abrufen und wiedergeben können (wer/was/wann/wo).
  • Berechnungen durchführen können.
  • Dimensionen ab- und einschätzen können (Schätzfragen).
Wie?
  • Um Auswendiglernen zu vermeiden, verwenden Sie bei der Fragestellung nicht denselben Wortlaut, der in Lernunterlagen vorkommt.
  • Formulieren Sie die Frage eindeutig, so dass nur eine Antwort möglich und sinnvoll ist.
  • Führen Sie keine vollständigen Definitionen von Fachausdrücken an, sondern gehen Sie umgekehrt vor: Geben Sie den Fachausdruck an und lassen Sie die Studierenden die Definition formulieren (hier müssten Sie aufgrund der nicht möglichen automatischen Auswertung eine Musterlösung bereitstellen).
  • Wenn Ihre Lernplattform keinen eigenen Fragetyp "Kurzantwort" bietet, können Sie eine Kurzantwort-Frage auch als Lückentext-Frage (siehe Beispiel) oder als offene Frage umsetzen. Wenn die Frage automatisch ausgewertet werden soll, empfiehlt sich die Erstellung als Lückentext-Frage (dann muss die Antwort der Studierenden jedoch exakt mit den von Ihnen vorgegebenen Antworten übereinstimmen).
Beispiele
Abb. 10: Beispiel für eine Kurzantwort-Übung zum Angeben eines Konzepts, realisiert als Lückentext-Frage, inkl. Feedback zu jeder Lücke (English Business Communication I, MyLEARN).
Abb. 11: Beispiel für eine Kurzantwort-Übung zum Einsetzen von Zahlen, realisiert als Lückentext-Frage, inkl. Gesamtfeedback (Marketing, MyLEARN).
Abb. 12: Beispiel für eine Kurzantwortfrage als Schätzfrage, realisiert als Offene Frage (Online-Modul "Verschuldet oder überschuldet?", LearnPublic). ​
WU-Hinweis

Auf MyLEARN erstellen Sie eine Kurzantwort-Frage über den Typ "Lückentext-Frage". Sie können bei der Definition der Lückentexte genau festlegen, wie viele und welche Wörter als richtig akzeptiert werden (z. B. Berücksichtigung von Groß- und Kleinschreibung, Abkürzungen, Begriff in anderer Sprache). Zusätzlich können Sie Hinweise für Studierende einbauen, etwa das Aufdecken einzelner Buchstaben oder Lösungshinweise zur Lücke. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.

Sie können auf MyLEARN auch den Typ "Offener Arbeitsauftrag" wählen, um eine Kurzantwort von Studierenden einzuholen. Sie erhalten damit jedoch keine automatische Auswertung, sondern müssen eine Musterlösung/Zusatzinformation bereitstellen, um Studierenden eine Vergleichsmöglichkeit mit der eigenen Antwort zu bieten. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.
Mini Cases Mit dieser Art der Prüfungsaufgabe fördern Sie die Fähigkeit der Studierenden, Wissen an einem konkreten praxisnahen Fall anzuwenden. Sie können auch als Übungsbeispiele während der Lehrveranstaltung oder als Assignments verwendet werden (siehe „Minicases“). Verwenden Sie ein gut geschriebenes, realitätsnahes Beispiel einer fachspezifischen Situation oder eines Falles und formulieren Sie dazu eine Reihe von Follow-up-Fragen. Die Fragen sollten zusammenhängen, aber auf verschiedene Learning Outcomes abzielen.
Unvollständiges Szenario Mit dieser Prüfungsaufgabe fördern Sie die Fähigkeit der Studierenden, bekannte Inhalte auf eine neue Situation zu übertragen und in einem neuartigen Format unter Beweis zu stellen. Stellen Sie ein typisches Szenario Ihres Fachbereichs in unvollständiger, lückenhafter Form dar. Fordern Sie Studierende in der Aufgabenstellung auf, fehlende Komponenten zu identifizieren oder ungeeignete Informationen herauszustreichen und ihre Lösungsvorschläge zu argumentieren.
Creative Response

Bei dieser Prüfungsaufgabe fordern Sie die Studierenden auf, ihre Antworten nicht in Form von Sätzen zu formulieren, sondern andere Darstellungsformen zu verwenden. Sie fördern und überprüfen damit die Fähigkeit, alternative Zugänge zu Inhalten und zur Demonstration von Gelerntem zu finden.

Legen Sie in der Prüfungsaufgabe fest, in welcher Form die Antwort dargestellt werden soll. (Alternativ kann es den Studiereden auch freigestellt werden, in welcher Form sie die Lösung produzieren wollen, solange sie von reinem Text absieht). Die Aufgabe kann z. B. darin bestehen ein Diagramm zu zeichnen, einen Ablauf grafisch zu skizzieren, zukünftige Entwicklungen und Muster zu visualisieren oder eine Mind-Map zu erstellen.
Video- oder Audioinput

Bei dieser Prüfungsaufgabe verwenden Sie Video- oder Audiomaterial als Grundlage und/oder Input für die Beantwortung einer Frage. Sie können damit überprüfen, ob Studierende theoretische Konzepte und Theorien auf reale Situationen umlegen können. Zugleich fördern Sie je nach Aufgabenstellung auch das medienkritische Denken.

Führen Sie neben der Aufgabenstellung einige Leitfragen an, um den Studierenden Anhaltspunkte für das spätere Hören oder Sehen des Inputs zu geben. Spielen Sie danach ein Video oder ein Audiofile ab. Verwenden Sie z. B. einen Radio- oder TV-Beitrag, einen Vortrag eines Gastredners/einer Gastrednerin oder einen Werbespot. Geben Sie den Studierenden danach Zeit, um die Aufgabenstellung anhand der Notizen zu vervollständigen.

Eine Checkliste zur Durchführung von Prüfungen mit offenen Fragen finden Sie hier .

Quellen:

Reiner, C. M./T. W. Bothell/R. R. Sudweeks/B. Wood, “Preparing Effective Essay Questions. A Self-directed Workbook for Educators”, in: News Forum Press, https://testing.byu.edu/handbooks/WritingEffectiveEssayQuestions.pdf, 2002.

Mendzheritskaya, J./I. Ulrich/M. Hansen/C. Heckmann, „Gut beraten an der Hochschule. Wege zum besseren Lehren und Lernen“, Stuttgart: Kohlhammer 2018.

S.n., „Fragentypen: Übersicht“, Universität Ulm, https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/e-learning/services/moodle/moodle-hilfe/aktivitaeten-materialien/aktivitaet-test/fragetypen-uebersicht/,11.09.2019.

Ulrich, I., Gute Lehre in der Hochschule. Praxistipps zur Planung und Gestaltung von Lehrveranstaltungen, Wiesbaden: Springer 2016.

Abb. 1: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/mktg/tlf-lrn/o_l1_grundlagen/Marketingmanagement1/l1_a_konsumg%c3%bcter_investitionsg%c3%bcter_dienstleistungsmarketing?m=submit [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 2: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/amc1/tlf-lrn/O3/i1zvs/kfi1zvs301 [26.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 3: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/ebce1/tlf-lrn/e1_u9/e1_u9_ls/e1_u9_ls_02?m=submit [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 4: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/grvwl1/tlf-lrn/%c3%bcbung/81027533/1_angebot_nachfrage_02 [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 5: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/blp_neu2/tlf-lrn/prod/prodklass/trans1 [26.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 6: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/bwl1/tlf-lrn/e4/k4-4?m=submit [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 7: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/bi/tlf-lrn/bis1_einh_1_lms/bis1_einh1/bis1_kpt1_df1 [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 8: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/zivilrecht/tlf-lrn/LRModulfolder1/fall1?m=modul_submit [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 9: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/mktg/tlf-lrn/o_l1_grundlagen/Selbsteinsch%c3%a4tzung/l1_se_t_OF_definition_marketing?m=submit [31.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 10: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/ebce1/tlf-lrn/e1_u6/e1_u6_bct/e1_u6_bct_04 [25.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 11:  https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/mktg/tlf-lrn/o_l1_grundlagen/Selbsteinsch%c3%a4tzung/l1_se_a_L_kennzahlen_dvds?m=submit [31.07.2018] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 12: https://learnpublic.wu.ac.at/private-verschuldung/tlf-lrn/sequ1/V02 [31.07.2019] (Login erforderlich)



Empfohlene Zitierweise:
Prüfungsfragen formulieren 1: Geschlossene und offene Fragetypen, Teaching & Learning Academy, Wirtschaftsuniversität Wien, https://learn.wu.ac.at/open/tlac/pruefungsfragen, November 2019.


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