Herausforderungen in Großlehrveranstaltungen

Previous
15.92%
Next

Lehrende, die Lehrveranstaltungen mit hohen Studierendenzahlen abhalten, sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. So steigt nicht nur der organisatorische und administrative Aufwand, sondern meist werden auch die didaktisch-methodischen Gestaltungsspielräume als geringer empfunden.

Einige Herausforderungen, denen Sie in Großlehrveranstaltungen begegnen können:

Hohe Anonymität und Hemmschwelle der Studierenden

  • Die Möglichkeiten zum fachlichen und sozialen Austausch mit Peers sind in Großlehrveranstaltungen geringer.
  • Studierende haben, häufig aus Angst vor Fehlern, Hemmungen, sich vor einer großen Gruppe zu äußern.
  • Die Distanz zwischen Lehrenden und Studierenden ist groß und die Feedbackmöglichkeiten sind begrenzt.

Unterschiedliche Eingangsvoraussetzungen der Studierenden

  • Großlehrveranstaltungen sind häufig Einführungslehrveranstaltungen, in denen die Vorkenntnisse der Studierenden meist stark variieren.

Begrenzte Aufmerksamkeitsspanne

  • Studierende können ihre Aufmerksamkeit im Schnitt ca. 15 Minuten aufrechterhalten, wenn sie lediglich eine passive Rolle einnehmen, z. B. zuhören.
  • Studierende müssen ihre Aufmerksamkeit gleichzeitig auf mehrere Dinge richten (zuhören/ verstehen/notieren). Zugleich haben sie wenig Gelegenheit, nachzufragen. Studentische Mitschriften decken daher meist nur ein Drittel des LV-Inhaltes ab.

Unterschiedliche Lernstile

  • Studierende erinnern sich besser an Inhalte, wenn möglichst viele Sinne gleichzeitig angesprochen werden. Ein reiner Vortrag steht dem entgegen, weil er meist nur wenige Sinne anspricht.
  • Bloßes Zuhören wird den unterschiedlichen Lernstilen von Studierenden nur bedingt gerecht.

Tiefergreifende Denkprozesse

  • Problemorientiertes, analytisches und vernetztes Denken wird bei einer stark vortragsorientierten LV nur begrenzt gefördert.

Große Stofffülle

  • Großlehrveranstaltungen sind meist Einführungslehrveranstaltungen, in denen eine Fülle von Lehrinhalten vermittelt werden soll.
  • Lehrende befürchten häufig, dass aktivierende Elemente zu Lasten der Inhalte gehen.