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3.4 Online-Lernaktivitäten

Online-Lernaktivitäten erstellen

Online-Lernaktivitäten sind all jene Materialien und Inhalte, die eine Interaktion der Studierenden ermöglichen bzw. erfordern (das aktive "Tun" steht im Vordergrund). Die Interaktion kann darin bestehen, dass Studierende etwas anklicken, anhaken, ausfüllen oder ankreuzen, eigenen Text eingeben oder etwas abschicken bzw. abgeben. Im Gegensatz dazu stehen Online-Lerninhalte statischer Natur (zum Anschauen und Lesen).

Online-Lernaktivitäten können i. d. R. direkt auf den Lernplattformen erstellt werden, ohne eine zusätzliche Software einsetzen zu müssen.

Die von Ihnen erstellen Online-Lernaktivitäten können von Studierenden entweder frei gewählt und genutzt werden (ohne zeitliche und inhaltliche Vorgabe) oder Teil eines von Ihnen vorgegebenen Lernpfads sein (vgl. Lernprozesse). Für beide Varianten gilt: eine gute Übersichtlichkeit und Auffindbarkeit der Materialien erleichtert nicht nur Studierenden das Lernen, sondern hilft auch Ihnen, den Überblick zu behalten und den Verwaltungsaufwand gering zu halten. I. d. R. bieten die verschiedenen Lernplattformen für die Bereitstellung von Online-Lernaktivitäten entsprechende Bereiche an, z. B. einen eigenen Bereich für Aufgaben oder eine vordefinierte Umgebung zur Gestaltung von Übungen (z. B. Lernmodul).

Kennen Sie...

… eine oder mehrere der folgenden Situationen? Klicken Sie auf "Lösung", um Vorschläge zur Verbesserung dieser Situationen und auf "Benefit" um die Vorteile für Sie und die Studierenden zu erfahren.

Situation A

Ihre Studierenden haben die Aufgabe, zu einem Thema eine mehrseitige Reflexion zu verfassen und ausgedruckt in einer bestimmten LV-Einheit abzugeben. Immer wieder kommt es vor, dass die Studierenden die Abgabedeadline nicht einhalten, Ihnen die Reflexionen nachträglich per E-Mail schicken oder sie um eine Nachfrist bitten. Für Sie bedeutet das ein hoher Aufwand in der Kommunikation mit den Studierenden und im Überblicken der abgegebenen und ausstehenden Aufgaben.

Lösung
Benefit
Situation B

Studierende beantworten die Frage zu einem bestimmten Themenkomplex immer wieder falsch, sei es im Zwischentest, bei Hausübungen oder bei Abschlussprüfungen. Offensichtlich gibt es bei diesem Thema große Verständnisschwierigkeiten.

Lösung
Benefit
Situation C

Sie halten die Eingangs-Lehrveranstaltung eines Masterprogramms, in der sich Studierende mit unterschiedlichem Vorwissen befinden. Sie wissen nicht genau, von welchem Niveau und Kenntnisstand Sie ausgehen können, wollen aber sicherstellen, dass in der ersten LV-Einheit alle Studierenden ein gewisses Basiswissen besitzen.

Lösung
Benefit

Überblick und Vergleich des Einsatzes von Online-Lernaktivitäten

Wann und wofür setzen Sie am besten welche Art von Online-Lernaktivitäten ein? Diese Übersicht gibt Ihnen anhand der wesentlichsten Unterscheidungskriterien einige hilfreiche Anhaltspunkte. Falls Sie auf bestehende Lernaktivitäten von Dritten zurückgreifen und dabei gleichzeitig auf der rechtlich sicheren Seite stehen wollen, werfen Sie einen Blick in das Kapitel Externe Ressourcen.

Was?

Übungsfragen sind Fragen und Aufgabenstellungen, bei denen Studierende aktiv werden und eine Antwort mittels Klick oder Texteingabe abgeben. Das System wertet die Abgaben – wenn möglich – automatisch aus und Studierende erhalten sofort eine Rückmeldung zu den abgegebenen Antworten. Ist eine automatische Auswertung nicht möglich (z. B. bei offenen Fragen), können Musterlösungen zum Vergleich bereitgestellt werden.

Üblicherweise bieten Lernplattformen folgende Typen von Übungsfragen, die einzeln oder kombiniert innerhalb eines (Selbsteinschätzungs-)Tests verwendet werden können:

Wofür?

Übungsfragen eignen sich vor allem:

  • Für das Lernen & Wiederholen in eigenem Tempo
  • Zur Festigung von praktischem Know-How (z. B. Rechnen, Interpretieren)
  • Zum kontinuierlichen Mitlernen
  • Als Möglichkeit der Selbsteinschätzung
  • Um Studierenden Feedback zum Kenntnis- und Wissensstand zu geben
  • Zur Einstimmung auf die nächste LV-Einheit
  • Zur Prüfungsvorbereitung
Vorteile
  • Einfache Erstellung dank intuitiver Editoren (keine Programmierkenntnisse erforderlich)
  • Über den Editor können Sie auch Bilder und Videos in eine Übung einbetten
  • Keine zusätzliche Software/Bearbeitungsprogramme notwendig
  • Nachträgliches Ändern und Editieren ist leicht und schnell möglich
  • Die Übung kann an gewünschter Stelle eingebettet werden
  • Sie haben unterschiedliche Feedback-Möglichkeiten (z. B. Musterlösungen, Feedback zu den Antwortalternativen, Gesamtfeedback zur Frage, weitere Hinweise zum Lernen, etc.)
  • I. d. R. sind Übungen exportierbar und damit auch im nächsten Semester verwendbar
  • Einzelne Übungsfragen können einfach in Selbsteinschätzungstests eingebunden werden
Nachteile
  • Aufwand bei der Erstellung guter Übungen und Fragestellungen, dafür aber große Wiederverwendbarkeit
WU-HINWEIS In Ihrer Lehrveranstaltung in MyLEARN können Sie im Bereich "Lernaktivitäten" verschiedene Fragen/Übungen erstellen: Multiple-Choice-Frage, Single Choice-Frage, Lückentext-Frage, Zusammengesetzte Frage, Offener Arbeitsauftrag, Musterklausur. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.
Was?

Selbsteinschätzungstests sind Tests, die aus mehreren Fragen bestehen, die von Studierenden in einer vorgegebenen oder beliebigen Reihenfolge bearbeitet werden. Nach Abschluss des Tests erhalten die Studierenden unmittelbar Rückmeldung zu ihrem Ergebnis. Diese Rückmeldung stellt für Studierende ein hilfreiches Feedback dar und liefert Anregungen für den weiteren Lernprozess. Innerhalb eines Selbsteinschätzungstests können verschiedene Fragetypen kombiniert werden, i. d. R. jedoch nur jene, die automatisch vom System ausgewertet werden können, zum Beispiel Multiple-Choice-Fragen, Reihungsfragen oder Lückentext-Fragen.

Wofür?

Selbsteinschätzungstests eignen sich vor allem:

  • Als Möglichkeit des Self-Assessments
  • Um Studierenden Feedback zu ihrem aktuellen Leistungsstand zu geben
  • Um Vorwissen zu Beginn der Lehrveranstaltung zu überprüfen und damit Hinweise zum Schließen von Wissenslücken zu erhalten sowie Studierende entsprechend einteilen zu können (z. B. hinsichtlich des Sprachniveaus)
  • Um bei Abschuss eines Themas Wissenslücken aufzudecken
  • Um wichtige Inhalte zu festigen und zu verinnerlichen
  • Zur Prüfungsvorbereitung (Probeklausur)
Vorteile
  • Einfache Erstellung dank intuitiver Editoren (keine Programmierkenntnisse erforderlich)
  • Keine zusätzliche Software/Bearbeitungsprogramme notwendig
  • Nachträgliches Ändern und Editieren ist leicht und schnell möglich
  • Studierende erhalten eine realistische Einschätzung ihres Wissensstandes (sowohl zu einzelnen Fragen als auch zum Gesamtergebnis)
  • Alte Realklausuren können wiederverwendet und als Übungsmaterial bereitgestellt werden
  • Die Fragen innerhalb des Selbsteinschätzungstests können gewichtet werden
Nachteile
  • Wenn Studierende hilfreiche Anregungen erhalten sollen, müssen Sie eventuell mehr Zeit in die Formulierung des Feedbacks (zu einzelnen Fragen und zum Gesamtergebnis) investieren
  • Probeklausuren von früheren Prüfungen können unter Umständen zu falschen Erwartungen führen, wenn sich die aktuelle Prüfung maßgeblich von den Anforderungen der älteren Klausuren unterscheidet
    TIPP: Informieren Sie Ihre Studierenden ausreichend über das erwartete Niveau und wägen Sie ab, ob bei der Probeklausur Feedback in Form einer Note sinnvoll ist.
WU-HINWEIS

In Ihrer Lehrveranstaltung in MyLEARN können Sie im Bereich "Lernaktivitäten" einen Selbsteinschätzungstest mit dem Typ "Musterklausur" erstellen. In die Musterklausur können Sie Multiple-Choice-Fragen, Single-Choice-Fragen, Lückentext-Fragen und zusammengesetzte Fragen einfügen. Darüber hinaus können Sie einen Bearbeitungszeitraum und ein Zeitlimit für den Abschluss festlegen und die einzelnen Fragen gewichten. Wenn Sie Studierenden eine Einschätzung geben möchten, welcher Note ihr Ergebnis bei einer realen Klausur entsprechen würde, können Sie auch ein Notenschema anlegen.
Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.

Praxisbeispiel

Abb. 1: Evaluierungstest
In der Lehrveranstaltung "Accounting & Management Control III" können Studierende mit einem Evaluierungstest ihr Wissen, das für die Absolvierung der Lehrveranstaltung vorausgesetzt wird, überprüfen. Es werden Inhalte abgefragt, die sich auf die vorhergehenden Kurse AMC I & II beziehen. Werden Wissenslücken identifiziert, wird Studierenden nahe gelegt, diese fehlenden Kenntnisse vor Beginn der Lehrveranstaltung zu beseitigen.

Abb. 2: Selbsteinstufungstest

In der Lehrveranstaltung "Europarecht", die im Masterstudium angeboten wird, erhalten die Studierenden mit einem Selbsteinstufungstest die Möglichkeiten, ihre im Bachelorstudium erlangten Kenntnisse im Europarecht zu überprüfen und somit Ihre eigenen Fähigkeiten vor dem Start der Lehrveranstaltung selbstständig einzuschätzen.


Abb. 3: Realklausuren zum Üben

In der Lehrveranstaltung "Marketing" werden Klausuren vergangener Prüfungstermine online bereit gestellt, um Studierenden eine Orientierungshilfe zu geben.


Abb. 4: Überprüfung am Ende eines Lernpakets

In der Lehrveranstaltung "Finanzierung" gibt es am Ende jedes Lernpakets eine oder mehrere Übungsklausuren mit Fragen, die das Themengebiet abdecken und eine Überprüfung des finalen Wissensstands erlauben.

Was?

Anders als Übungen werden Aufgaben als Leistungsnachweis zur Überprüfung des Wissenstandes der Studierenden eingesetzt und sind i. d. R. bewertungsrelevant.

Wie?

Aufgaben können in unterschiedlichem Ausmaß digital unterstützt bzw. abgewickelt werden. Sie können zum Beispiel nur die Aufgabenstellung per E-Mail aussenden oder online in einem Forum oder einem Ankündigungs-Tool posten. Die Abgabe selbst erfolgt dann analog.

Sie können aber auch den gesamten Aufgabenprozess von der Erstellung bis zur Beurteilung in Online-Systemen abwickeln. Die meisten Lernplattformen bieten gute Möglichkeiten zur Erstellung, Verwaltung, Beurteilung und Kommunikation von Aufgaben an. Dies kann Ihren Arbeitsaufwand maßgeblich reduzieren.

  • Aufgaben erstellen: Bei der Erstellung von Aufgaben in digitalen Lehr- und Lernumgebungen können Sie meist auf verschiedene Templates zurückgreifen und unter unterschiedlichen Fragetypen auswählen. Studierende können je nach Fragetyp Dokumente hochladen oder Antworten direkt in Textboxen oder Formulare eingeben. Bei den meisten Online-Systemen ist es möglich, die Bearbeitungsdauer der gesamten Aufgabe bzw. einzelner Fragen zu beschränken. Zusätzlich können Sie online einstellen, ob und wie oft die Studierenden die Lösung/Beantwortung der Frage erneut bearbeiten können.
    Aufgaben können als Einzelarbeiten oder Gruppenarbeiten definiert werden. Es empfiehlt sich, zuerst die Gruppeneinteilung vorzunehmen und der Gruppe dann eine Aufgabe zuzuweisen.
    Beachten Sie, dass die Konzeption und Erstellung von qualitativ hochwertigen Aufgaben aufwändig ist, auch wenn sie online erstellt werden. Allerdings können online erstellte Aufgaben leicht wiederverwendet und adaptiert werden.
     
  • Aufgaben administrieren: Wenn Sie eine digitale Aufgabe erstellt haben, müssen Sie das Aufgaben-Handout nicht vor der Präsenzeinheit ausdrucken und den Studierenden in der Einheit aushändigen, sondern können die Aufgabe den Studierenden einfach über die Lernplattform freischalten. Dies spart Papier und Zeit. Zudem ermöglicht es Ihnen, die Aufgabe digital vorzubereiten und zu einem späteren Zeitpunkt für die Studierenden freizuschalten. Studierende können digital erstellte Aufgaben ab Freischaltung online einsehen, bearbeiten, abgeben und ggf. überarbeiten.

    TIPP:  Sie können den Studierenden digitale Arbeitsaufträge geben, die sie offline bearbeiten und in die nächste Präsenzeinheit mitbringen sollen. Die Studierenden haben durch die online erteilte Aufgabe den Vorteil, die Aufgabenstellungen online einsehen zu können und erhalten eine Erinnerung (Notifikation für noch nicht abgegebene Arbeitsaufträge). Bei Aufgaben, die die Studierenden digital abgeben, können Sie den Abgabezeitraum einfach festlegen und verwalten. Spätere Abgaben sind dann nicht möglich, weil das System eine spätere Einreichung nicht zulässt (außer Sie haben dies als Lehrende/r eingestellt). Die Studierenden sind damit aufgefordert, sich an Deadlines zu halten. Nach Bedarf können Sie den Abgabezeitraum auch verlängern. Als Lehrende/r können Sie die Abgaben der Studierenden laufend einsehen und bei nicht zeitgerechter Abgabe ggf. eine Nachfrist setzen.
     
  • Aufgaben beurteilen: Für die Beurteilung der Studierendenabgaben können Sie unterschiedliche Beurteilungsmodi wählen (Punkte, Prozent, Note, verbale Beurteilung, keine Beurteilung) und erhalten eine übersichtliche Einsicht in die Beurteilung. Bei vielen Lernplattformen gibt es Schnittstellen zu Beurteilungsübersichten/Notenbuch.
     
  • Aufgaben online kommunizieren: Als Lehrende/r werden Sie durch die digitale Lehr- und Lernumgebung bei der Kommunikation mit den Studierenden unterstützt. Sobald Sie eine Aufgabe digital erstellt und freigeschaltet haben, werden die Studierenden über die neue Aufgabe informiert. In vielen Lernplattformen werden die Studierenden automatisch über Neuigkeiten im Kurs verständigt und erhalten eine Erinnerung zur Abgabe. Die abgegebenen Arbeiten können kommentiert an die Studierenden zur Überarbeitung zurückgereicht werden. So erhalten die Studierenden unkompliziert Ihr Feedback und können die Abgabe überarbeiten und erneut einreichen.
Vorteile
  • Bilder, Videos sowie Anhänge können in der Aufgabenerstellung hinzugefügt werden
  • Flexibilität bei der Vorbereitung. Aufgaben sind erst nach der Freischaltung für die Studierenden sichtbar
  • Nachträgliches Ändern und Editieren ist leicht und schnell möglich. Achtung: Sobald die Aufgabe für die Studierenden sichtbar ist, sollte sie nicht mehr verändert werden.
  • Digitale Aufgaben sind wiederverwendbar und adaptierbar
Nachteile
  • Hoher Arbeitsaufwand bei der Konzeption und Erstellung von qualitativ hochwertigen Aufgaben
WU-HINWEIS

MyLEARN: Sie können Aufgaben online auf MyLEARN unter Lernaktivitäten erstellen. Mehr dazu erfahren Sie im MyLEARN Guide.

To Do: Alle Aufgaben, die mit einem Start- und Enddatum zeitgesteuert werden, scheinen für Studierende automatisch als ein "To Do" in ihrer To-Do Liste auf.

Notenbuch: Aufgaben, die mit Punkten beurteilt werden, können als Teilleistungen ausgewählt und automatisch in das Notenbuch importiert werden. Aufgaben mit anderen Beurteilungsmodi können manuell als Teilleistungen im Notenbuch angelegt und die Beurteilungen nachträglich importiert werden.

Fragetypen

Eine Übersicht, welche unterschiedlichen Fragetypen es gibt und wie sie diese auf MyLEARN anlegen können, finden Sie hier.


 

Quellen

Abb. 1: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/amc3/tlf-lrn/amc3_evaluierung [29.08.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 2.: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/pool/4652.18s/tlf-lrn/Selbsteinstufungstest [20.08.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 3: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/mktg/tlf-lrn/o_mk [08-08.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)

Abb. 4: https://learn.wu.ac.at/dotlrn/classes/fin/tlf-lrn/ordner_3_finanzmathematik  [26.07.2019] (MyLEARN-Login erforderlich)



Empfohlene Zitierweise:
Online-Lernaktivitäten, Teaching & Learning Academy, Wirtschaftsuniversität Wien, https://learn.wu.ac.at/open/tlac/lernaktivitaeten, November 2019.


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