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Teaching & Learning Academy
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Artist Talk: Alja Piry

Für "The Art of Teaching 2026" greift Alja Piry die Gedanken und Motivationen der Lehrpreisträger*innen für Innovative Lehre auf und übersetzt sie in Kalligramme. Im Interview gibt sie Einblicke in ihren Zugang zum geschriebenen Wort und in die Verbindung von Text und Bild in ihren Arbeiten. Außerdem erklärt sie, worin sich Schaffensprozesse in der Lehre und in der Kunst ähneln. 

Alja Piry wurde 1982 in Ljubljana geboren, lebt in Wien und arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst und Literatur. Spielerisch erkundet sie die Möglichkeiten des geschriebenen Wortes in vielfältigen Ausdrucksformen, sozialen Zusammenhängen und mehrsprachigen Konstellationen. Ihre Arbeiten entstehen in Form von Videoessays, visuellen Gedichten, Künstlerbüchern und Wandarbeiten. Partizipative Projekte und ihre Tätigkeit im sozialpsychiatrischen Kontext prägen die Entwicklung ihrer künstlerischen Praxis maßgeblich.

Wie sind die Werke entstanden und was hat sie beeinflusst?

Als ich die Einreichungen zum Innovative Teaching Award las, kam mir das Bild einer Fontäne in den Sinn. Sie steht für Bewegung, Entfaltung und Austausch – für Ideen, die einer Quelle entspringen, sich verzweigen und ihre Wirkung nach außen tragen.

Frei nach den Kalligrammen von Guillaume Apollinaire entwickelte ich eine Serie von fünf typografischen Gedichten, eines für jede Auszeichnung. Ausgewählte Worte und Sätze der Lehrenden formen Wasserstrahlen, jeder Buchstabe einen Wassertropfen. Die Werke entfalten sich gleichermaßen als Bild und als Text – eine Verbindung, die einen Schwerpunkt meiner künstlerischen Praxis bildet.

Die Arbeiten entstanden als digitale Grafiken und wurden als hochwertige Pigmentdrucke auf Papier realisiert. In schlichten Rahmen präsentiert, erinnern sie an die Leistung und das Engagement der Preisträger*innen.

Wie beginnt ein neues Werk bei Ihnen? 

Meistens beginnt es mit dem Lesen. Manchmal aus intrinsischer Motivation, manchmal – wie im Fall des Innovative Teaching Awards – mit einer konkreten Aufgabe.

In den Texten der Preisträger*innen tauchen immer wieder Haltungen auf, die ich für kreative Prozesse wesentlich finde: Neugier, die Bereitschaft zum Scheitern, Experimentieren, Verwerfen, Neudenken und Weiterführen. Entstehungsprozesse ähneln sich dabei über ganz unterschiedliche Bereiche hinweg oft stärker, als man zunächst denkt.

Arbeit ist dabei nie nur Ergebnis, sondern immer auch Ausgangspunkt für Neues – im besten Fall macht sie auch Spaß. Wichtig ist für mich die Vorstellung, dass nichts isoliert entsteht, sondern immer in Verbindung mit etwas anderem.

Nähere Informationen zu Alja:  http://www.aljapiry.com/ und https://www.instagram.com/alja.piry/