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Teachers Talk

Anna Schiffer-Zehetbauer

Anna Schiffer-Zehetbauer LL.M. (WU) vom Institut für Österreichisches und Europäisches Wirtschaftsstrafrecht ist Lehrpreisträgerin der Exzellenten Lehre 2026. Im Interview erzählt sie, wie sie mit kreativen Methoden komplexe Rechtsfragen verständlich und spannend vermittelt – und dabei zeigen möchte, dass Recht alles andere als „trocken" ist.

Was macht für Sie gute Lehre aus?

In meiner Idealvorstellung ist gute Lehre dann erreicht, wenn Studierende die Lehrveranstaltung nicht bloß aufgrund einer Verpflichtung besuchen, sondern sie diese als fachliche und persönliche Bereicherung wahrnehmen. Gute Lehre bedeutet für mich deshalb, Interesse und Neugier zu wecken und eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der sich Studierende gerne mit den Inhalten auseinandersetzen und langfristig davon profitieren. Während meiner Studienzeit durfte ich viele hervorragende Vortragende erleben und habe dabei für mich festgestellt, dass dieses Ziel vor allem mit Engagement, einer klaren Struktur und der Fähigkeit erreicht wird, auch komplexe Inhalte und Zusammenhänge verständlich zu vermitteln.

Welche Herausforderungen erleben Sie in Lehrveranstaltungen, und wie meistern Sie diese?

Auch wenn man noch so bemüht ist, die Aufmerksamkeit aller Studierenden während der gesamten Lehrveranstaltung zu halten, lässt es sich kaum vermeiden, dass Studierende manchmal unkonzentriert sind oder mit ihren Gedanken abschweifen. Um dem entgegenzuwirken, versuche ich, meine Lehrveranstaltung abwechslungsreich zu gestalten und immer wieder Elemente einzubauen, die die Studierenden zum Mitdenken anregen.

Eine Herausforderung liegt für mich auch darin, unterschiedliche Interessen und Wissensstände innerhalb einer Gruppe zu berücksichtigen, und gleichzeitig darauf zu achten, dass alle Studierenden dem Unterricht folgen können. Viele Studierende haben spannende Fragen, die auch mich immer wieder zum Nachdenken anregen und mit denen ich mich gerne gemeinsam mit der Gruppe auseinandersetze. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass manche dieser Fragen zu tief in die Materie führen und so für einen Teil der Gruppe zu komplex werden. In solchen Situationen ist es wichtig, die Dynamik der Gruppe richtig einzuschätzen und eine vertiefende Diskussion gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt fortzuführen bzw. bilateral zu klären.

Was denken Sie gefällt den Studierenden an Ihrer Art zu unterrichten?

Es ist noch nicht allzu lange her, dass ich selbst als Studentin an Lehrveranstaltungen teilgenommen habe. Aus dieser Zeit weiß ich noch gut, wie wichtig neben den Lehrinhalten eine positive und angenehme Atmosphäre ist. Daher versuche ich eine Atmosphäre zu schaffen, die Diskurs zulässt und auch zurückhaltende Studierende dazu ermutigt, sich einzubringen.

Außerdem glaube ich, dass den Studierenden die abwechslungsreiche Gestaltung meines Unterrichts gefällt. Ich achte besonders darauf, Lehrinhalte verständlich und anschaulich zu vermitteln und so einen Mehrwert für die Studierenden zu schaffen, der über das Lesen eines Buches hinausgeht. Gerade bei komplexen Rechtsfragen versuche ich bewusst, auf den rein theoretischen Vortrag zu verzichten und verschiedene Zugänge zu wählen: Inhalte werden beispielsweise anhand unterschiedlicher Filmszenen, Tafelbilder, Cartoons oder Animationen veranschaulicht. Darüber hinaus greife ich gerne reale und aktuelle Fälle auf, die wir gemeinsam anhand von Zeitungsartikeln oder Podcast-Ausschnitten analysieren. Dadurch möchte ich unterschiedliche Lernzugänge berücksichtigen und möglichst viele Studierende erreichen. Gleichzeitig hoffe ich, auf diese Weise mit dem Mythos aufzuräumen, dass Recht „trocken“ ist. 😉