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Ein voller Bauch studiert nicht gern

Wann wir in Lernphasen essen sollten

„Plenus venter non studet libenter“ – wer im Lateinunterricht aufgepasst hat und vorher nicht das ganze Pausenbrot auf einmal vertilgt hat, weiß, dass bereits im alten Rom das Sprichwort galt: „Ein voller Bauch studiert nicht gern“ (vgl. Meister). Und da ist tatsächlich etwas dran: insbesondere schweres Essen führt dazu, dass viel Blut mit der Verdauung beschäftigt ist und dem Gehirn dementsprechend weniger davon zur Verfügung steht.

Das heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass ein leerer Bauch gut studiert. Amerikanische Forscher*innen haben zwar herausgefunden, dass das Stoffwechselhormon Ghrelin, welches bei einem leeren Bauch ausgeschüttet wird und dem Gehirn ein Hungergefühl vermittelt, die Lerngeschwindigkeit und das Gedächtnis von Nagetieren verbessert (vgl. Diano/Farr/Benoit et al. 2006), die lange geltende Annahme, dass dies auch für den Menschen gelten könnte, wurde 2016 jedoch widerlegt (vgl. Kunath/Müller/Tonon et al. 2016).

Aber wie ernährt ihr euch am besten in der Lernphase? Dabei ist insbesondere entscheidend, was und wieviel ihr esst. Es zeigt sich, dass man lieber häufiger am Tag kleinere, leichte Mahlzeiten zu sich nehmen sollte anstatt zwei oder dreimal am Tag schwere Mahlzeiten zu essen. Startet am besten mit einem Frühstück in den Tag, das eurem Gehirn direkt viel Energie liefert – hier sind beispielsweise Haferflocken mit Früchten und Nüssen eine gute Wahl, da ihr so mit komplexen Kohlenhydraten, ungesättigten Fettsäuren, Eiweiß und Vitaminen versorgt wird. Nehmt euch für Lernpausen Nüsse und Bananen mit an die Uni und vergesst nicht, genügend zu trinken. Konkrete Tipps von der Ernährungswissenschaftlerin Katharina Alma findet ihr auch im Artikel Brainfood für die Lernwoche. In den Lernzonen an der Uni dürft ihr übrigens essen, nur in der Bibliothek muss das Essen draußen bleiben. Esst zu Mittag nicht zu schwer – haltet euch nach Möglichkeit an Gerichte mit Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Reise und Gemüse und verzichtet nach Möglichkeit auf Fleisch. Wenn ihr gerne kocht, aber in der Lernphase keine Zeit dafür habt, dann betreibt doch einfach Meal Prepping. Nachmittags dann noch ein Vollkornbrot mit Avocado, um die Konzentration hochzuhalten, und dann habt ihr es gesund durch den Lerntag geschafft. Auch abends ist es wichtig, dass ihr nicht zu schwer und nicht zu spät esst, damit ihr gut schlafen könnt und ausgeruht in den nächsten Lerntag starten könnt. Mehr zu den wichtigsten Nährstoffquellen erfahrt ihr in diesem Artikel.

Quellen:

Diano, S./Farr, S./Benoit, S. (2006). Ghrelin controls hippocampal spine synapse density and memory performance. In: Nature Neuroscience 9, 381-388 (2006). DOI: https://doi.org/10.1038/nn1656

Kunath, N./Müller, N./Tonon, M. (2016). Ghrelin modulates encoding-related brain function without enhancing memory formation in humans. In: NeuroImage 142, 465-473 (2016). DOI: https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2016.07.016

Meister, I.: Voller Bauch studiert nicht gern. In: GEOlino. https://www.geo.de/geolino/redewendungen/2321-rtkl-redewendung-voller-bauch-studiert-nicht-gern