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Effektiv Lernen

Gemeinsam hybride Gruppenarbeiten meistern

In vergangenen Newsletter-Beiträgen haben wir euch bereits Tipps für virtuelle Gruppenarbeiten gegeben und bei euch beliebte Tools für virtuelle Gruppenarbeiten vorgestellt. Zum Start des On-Campus Semesters möchten wir euch im folgenden Artikel förderliche Aspekte des gemeinsamen Lernens und Arbeitens näherbringen. Zudem erhaltet ihr Anregungen, wie dies in hybriden Settings, bei denen einige Gruppenmitglieder vor Ort und andere virtuell teilnehmen, gelingen kann.  

Ein großer Teil der Lehrveranstaltungen findet wieder vor Ort statt, die Bibliotheken sind geöffnet und am Campus kann wieder gemeinsam gelernt und gearbeitet werden. Zugleich bietet sich die Möglichkeit, Gruppenarbeiten weiterhin virtuell oder hybrid abzuhalten. Virtuelle Gruppenarbeiten bringen im Vergleich zu face-to-face Gruppenarbeiten unterschiedliche Herausforderungen mit sich, wie eine Studie (Xu et al., 2015), welche die Management-Strategien von virtuellen Gruppen untersuchte, beschreibt: So ist etwa die Motivation der Mitglieder niedriger ist, Gruppenbeiträge werden im Vergleich zu individuellen Aufgaben aufgeschoben (Gafni/Geri, 2010), und die Anstrengungen aufgrund fehlender Mitarbeit einzelner Mitglieder (Wosnitza/Volet, 2005) sowie die Notwendigkeit, sich abzustimmen, sind höher (Whipp/Chiarelli, 2004).

Im Folgenden möchten wir euch, basierend auf der Definition von Johnson & Johnson 1994 zu kooperativem Lernen, Tipps geben, wie ihr den Herausforderungen in der virtuellen Gruppenarbeit begegnen könnt und euch Beispiele zur Umsetzung in hybriden Settings:

  • Teilt die einzelnen Aufgaben so untereinander auf, dass jede*r einen wesentlichen Beitrag leistet, sodass das gemeinsame Ziel nur durch die Beteiligung aller erreicht werden kann. Je nach Dauer und Inhalt der gemeinsamen Aufgabe kann dieser Beitrag etwa ein Kapitel in einer schriftlichen Arbeit oder ein Teil einer mündlichen Präsentation sein. Indem jedes Mitglied eurer Gruppe für eine bestimmte Aufgabe des Gesamtziels verantwortlich ist, fühlt sich auch jede*r selbst verantwortlich für die Leistung dieses Beitrags. Wenn einzelne Mitglieder hauptsächlich virtuell an einer Gruppenarbeit teilnehmen, kann die Gewissheit, dass der eigene Beitrag gleichwertig gebraucht wird, eine Motivation sein, sich aktiv zu beteiligen.
  • Macht eure Gruppenergebnisse sichtbar. Legt am besten vorab fest, wer welchen Teil bearbeitet und wie sie zusammengeführt werden, sodass im Endergebnis die Beiträge aller Mitglieder sichtbar sind. Die einzelnen Ergebnisse einer Aufgabe können zum Beispiel auf einer digitalen Pinnwand oder einem digitalen Whiteboard zusammengestellt werden. Durch das gemeinsame und synchrone Arbeiten steigert ihr das Gemeinschaftsgefühl eurer Gruppe, unabhängig davon, ob Mitglieder vor Ort sind.
  • Tauscht euch regelmäßig aus. Idealerweise sind in hybriden Gruppenarbeiten die einzelnen Beiträge so strukturiert, dass viel Austausch innerhalb der Gruppe die individuelle Erarbeitung fördert. Zum Beispiel kann eine Recherche thematisch an die eines anderen Mitglieds anknüpfen oder jedes Mitglied erarbeitet pro Woche Aspekte eines Themas, die gesammelt in regelmäßigen Meetings diskutiert werden.
  • Unterstützt das Team. Positive Effekte zeigen sich auch durch die gegenseitige Unterstützung bei der Erreichung des gemeinsamen Ziels, zum Beispiel, indem interessante Artikel an andere Gruppenmitglieder weitergeleitet und diskutiert werden oder ihr einander Feedback gebt. Dies fördert nicht nur die Qualität der gemeinsamen Aufgabe und euer Verständnis der Lerninhalte, sondern hilft euch auch, euren Umgang mit Kritik und die Formulierung konstruktiven Feedbacks weiterzuentwickeln. Vor allem in virtuellen Settings kann dies sehr fordernd sein, da der Aspekt der nonverbalen Kommunikation wegfällt, die uns hilft, Aussagen des Gegenübers zu interpretieren. Die gegenseitige Wertschätzung unter den Gruppenmitgliedern und der Fokus auf die Sache sollten dabei höchste Priorität haben.
  • Findet einen gemeinsamen Abschluss. Was euch als hybrider Gruppe und auch individuell hilft, ist, die Phasen der Gruppenarbeit im Nachhinein Revue passieren zu lassen, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Abschlussmeeting, in das jede*r von euch eine Tasse Kaffee oder Tee mitbringt.

Quellen:

Bianchy, K. (2018). Motivation für Gruppenarbeit: Empirische Untersuchungen zur situationsunspezifischen Motivation zur Gruppenarbeit, zum Zusammenhang situationsspezifischer Gruppenwirksamkeitserwartung und Leistung sowie zur Förderung von Gruppenwirksamkeitserwartung. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktorin der Philosophie im Fachbereich 01 – Institut für Psychologie. Universität Kassel, S. 9f. https://kobra.uni-kassel.de/bitstream/handle/123456789/11122/DissertationKatjaBianchy.pdf?sequence=13&isAllowed=y  [15.09.2021]

Johnson, D. W./Johnson, R. T. (2013). The impact of cooperative, competitive, and individualistic learning environments on achievement. In J. Hattie & E. Anderman (Eds.), International handbook of student achievement (372-374). New York: Routledge.https://www.researchgate.net/publication/260596923_Johnson_D_W_Johnson_R_T_2013_The_impact_of_cooperative_competitive_and_individualistic_learning_environments_on_achievement_In_J_Hattie_E_Anderman_Eds_International_handbook_of_student_achievement_372 [16.09.2021]

Müller, S./ Aschemann, B. (04.01.2021). Hybride Meetings in der Erwachsenenbildung gestalten. Beitrag erwachsenenbildung.at. https://erwachsenenbildung.at/digiprof/neuigkeiten/15415-hybride-meetings-in-der-erwachsenenbildung-gestalten.php [15.09.2021]

Xu, J./Du, J./Fan, X. (2015). Students’ Groupwork Management in Online Collaborative Learning Environments. Educational Technology & Society, 18 (2), 195–205.  https://www.researchgate.net/publication/278157763_Students%27_Groupwork_Management_in_Online_Collaborative_Learning_Environments [22.09.2021]