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Effektiv Lernen

Lernen trotz Hitze: Wie ihr in der Prüfungswoche einen kühlen Kopf bewahrt

Pünktlich zum Semester-Endspurt klettern die Temperaturen nach oben. So groß die Freude über die endlich eröffnete Badesaison ist – gerade hinsichtlich der bevorstehenden Lern- und Prüfungswoche ist es wichtig, dass euch die Hitze keinen Strich durch die Rechnung macht. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie sich hohe Temperaturen auf unsere Leistungsfähigkeit auswirken und wie ihr trotz Hitze effektiv lernen könnt.

Zahlreiche Studien belegen, dass hohe Temperaturen negative Effekte auf unsere Hirnleistung haben (Januskovecz & Hutter 2022: 9). Im Hitzesommer 2016 wurden in Massachusetts, USA, die kognitiven Funktionen von Studierenden in klimatisierten versus nicht-klimatisierten Wohnräumen verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass hohe Raumtemperaturen zu einer Leistungsreduktion von bis zu 13,4 % führen (Cedeño Laurent et al. 2018: 11). Andere Studien verdeutlichen, dass zunehmende Durchschnittstemperaturen und Hitzetage auch den längerfristigen Lernerfolg beeinträchtigen. So korrelieren hohe Temperaturen im Sommer negativ mit den Lernresultaten des darauffolgenden Schuljahres (Cho 2017) und in standardisierten Testungen werden schlechtere Ergebnisse erzielt, wenn es die Jahre zuvor viele heiße Schultage gab (Park et al. 2020; vgl. auch Roach & Whitney 2022).

Aus welchem Grund sinkt unsere Leistungsfähigkeit bei Hitze eigentlich?

Unser Gehirn ist dafür verantwortlich, dass wir konstant eine Körpertemperatur von circa 37 Grad Celsius aufrechterhalten. Bei hohen Temperaturen erfolgt dies durch Schwitzen und die Ausweitung der Blutgefäße. Dazu nötige Abläufe wie die Aktivierung von Schweißdrüsen und die Regulierung des Blutdrucks kosten viel Energie. Andere Prozesse treten in den Hintergrund. Wenn das Kühlsystem unseres Körpers nicht ausreichend funktioniert, kann es zu Hitzesymptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder geschwollenen Beinen, bis hin zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Störungen kommen (NDR 2022). Neben der Wärmebelastung per se spielen aber auch Verhaltensfaktoren wie Flüssigkeitszufuhr oder Schlaf eine Rolle für die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit (Cedeño Laurent et al. 2018: 11).

All dies bedeutet nicht, dass Lernen an heißen Tagen sowieso zwecklos ist. Wichtig ist, dass ihr euch des Einflusses der hohen Temperaturen auf die Leistungsfähigkeit bewusst seid und so gut wie möglich gegensteuert. Dabei könnten diese Tipps behilflich sein:

  • Ausreichend Wasser zu sich nehmen
    Erwachsene sollen täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit aufnehmen. Die optimale Flüssigkeitszufuhr hängt aber von Faktoren wie Gewicht, Ernährung, Bewegung/Sport und eben auch der Temperatur ab. An heißen Tagen kann der Flüssigkeitsbedarf drei- bis viermal so hoch sein! Achtung: stark koffein- bzw. zuckerhaltige Getränke wie Energy Drinks, Cola oder Kaffee sind nicht die besten Mittel zur Wasserzufuhr (GESUNDheit.gv.at 2022)! Und wusstet ihr schon, dass sich ein Teil des Wassers auch über die Nahrung aufnehmen lässt?

  • Lernrhythmus anpassen
    Schaut euch die in heißen Ländern übliche Siesta ab! Lerneinheiten organisiert ihr am besten so, dass ihr zur heißesten Tageszeit eine ergiebige Pause einlegen könnt: Steht früh auf, um die kühleren Morgenstunden effektiv zu nutzen. Kühlt euch über Mittag in schattigen Parks (Prater und Augarten sind von der WU aus gut zu erreichen), der Donau oder in Wiens Sprühnebelduschen ab und legt dann gegen Abend eine weitere Lernsession ein.

  • Angenehm kühle Lernorte aufsuchen
    Die WU Bibliotheken sind klimatisiert und daher eine gute Anlaufstelle für effektives Lernen trotz hoher Temperaturen. Aber Vorsicht: im Vergleich zu draußen kann es einem schnell auch mal zu kalt werden – nehmt euch daher einen Pulli oder ein Tuch mit. Achtet außerdem darauf, nicht den ganzen Tag in klimatisierten Räumen zu verbringen und genug frische Luft zu bekommen. Eine Auflistung mit weiteren kühlen Lernorten findet ihr hier.
     

Quellen:

Cedeño Laurent, J. G./ Williams, A./ Oulhote, Y./ Zanobetti, A./ Allen, J. G./ Spengler, J. D. (2018): Reduced cognitive function during a heat wave among residents of non-air-conditioned buildings: An observational study of young adults in the summer of 2016. In: PLoS Med 15(7), DOI: https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1002605

Cho, H. (2017): The effects of summer heat on academic achievement. A cohort analysis. In: Journal of Environmental Economics and Management 83, 185-196, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jeem.2017.03.005

GESUNDheit.gv.at (2022): Essen & Trinken bei Hitze. In: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Hrsg.): Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/lebensmittel/essen-hitze.html (Zugriff: 15.06.2023)

Januskovecz, A./ Hutter, H. P. (2022): Die Hitze deckt auf, was in unserer Gesellschaft falsch läuft. Interview mit Andreas Januskovecz und Hans-Peter Hutter. In: Magistrat der Stadt Wien (Hrsg.): Wiener Hitzeaktionsplan, 8-10, https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrup/download/pdf/3955617?originalFilename=true  (Zugriff: 07.06.2023)

NDR (2022): Hitze und Gesundheit. Warum hohe Temperaturen ein Risiko sind, https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Hitze-und-Gesundheit-Warum-hohe-Temperaturen-ein-Risiko-sind,hitze308.html (Zugriff: 15.06.2023)

Park, R. J./ Goodman, J./ Hurwitz, M./ Smith, J. (2020): Heat and learning. In: American Economic Journal: Economic Policy 12(2), 306–339, DOI: https://doi.org/10.1257/pol.20180612

Roach, T./ Whitney, J. (2022): Heat and learning in elementary and middle school. In: Education Economics 30(1), 29-46, DOI: https://doi.org/10.1080/09645292.2021.1931815