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Effektiv Lernen

Blackouts in Prüfungen – So geht ihr souverän damit um

Die Angst vor einem Blackout in Prüfungen ist oftmals groß. Wie können wir reagieren, wenn uns das Gehirn kurzzeitig im Stich lässt und vorhandenes Wissen plötzlich nicht mehr abrufbar ist? Wir zeigen euch, wie Blackouts verhindert werden können und was hilft, wenn es dennoch passiert.

Geraten wir unter Druck und müssen stressige Situationen wie beispielsweise Prüfungen bewältigen, kann es zu einem Blackout kommen. Grund dafür ist das Hormon Cortisol. Der Schweizer Hirnforscher Dominique de Quervain fand heraus, dass ein erhöhter Cortisolausstoß in Stresssituationen dazu führen kann, dass wir Gedächtnisinhalte weniger gut abrufen können (de Quervain, 2000). Die daraus resultierenden kurzfristigen Erinnerungslücken können in Prüfungssituationen nachteilig und unangenehm sein, sind aber mit dem richtigen Umgang gut zu bewältigen. Als erster Schritt hilft dabei die Akzeptanz, dass ein Blackout passieren kann und nicht unmittelbar in einer Katastrophe endet.

Mit diesen Tipps und Techniken könnt ihr die Wahrscheinlichkeit für ein Blackout verringern und falls es doch so weit kommt, seid ihr für die Situation gut gewappnet:

Was könnt ihr vor einer Prüfung tun, um das Risiko eines Blackouts zu vermindern?

  • In den letzten Tagen vor der Prüfung sollte nichts mehr Neues gelernt, sondern das in den Wochen zuvor Gelernte wiederholt werden. So bleiben die gelernten und wichtigen Grundlagen für die Prüfung präsenter.
  • Anstatt sich mit anderen Studierenden kurz vor einer Prüfung aufgeregt zu den Inhalten auszutauschen („Hast du xyz verstanden?“ „Ist das für die Prüfung relevant?“), sucht euch lieber einen ruhigen Platz, wo ihr der zusätzlichen Aufregung durch das Nachfragen entgeht.
  • Kurz vor der Prüfung können Entspannungsübungen helfen. Macht Übungen, die ihr schon während des Lernens praktiziert habt, damit ihr sie auch in Stresssituationen gut abrufen könnt.
  • Ruft euch im Gedächtnis einen euch persönlich motivierenden Satz auf, wie z. B. „Ich habe schon viele Prüfungen gemeistert und bin bestmöglich vorbereitet.“

Was hilft, wenn ihr tatsächlich ein Blackout habt?

  • Bei schriftlichen Prüfungen ist es ratsam, bei einer anderen Aufgabenstellung weiterzuarbeiten und die Gedanken auf ein neues Thema zu lenken und erst am Ende wieder zu der Frage zurückzukehren.
  • Auch in dieser Situation kann ein motivierender Satz z. B. „Kein Grund zur Sorge, das habe ich gelernt. Ich gehe es Schritt für Schritt noch mal durch." helfen.
  • Bei mündlichen Prüfungen könnt ihr jederzeit Verständnisfragen stellen „Habe ich richtig verstanden, dass…?“. Indem ihr die Frage in eigene Worte fasst, könnt ihr eure Gedanken wieder aktivieren.
  • Allen Lehrenden ist bewusst, dass Prüfungen herausfordernde Situationen sind. Wenn es zu einem Blackout kommt, könnt ihr es auch direkt ansprechen: „Ich glaube, ich habe gerade einen Blackout. Könnten wir zuerst ein anderes Thema behandeln und später auf die Frage zurückkommen?“

Tipp: Kurze Übungen, die ihr vor und während der Prüfung anwenden könnt, z. B. Atemübungen aus dem Yoga, findet ihr in unserem Entspannungsprogramm.

Quellen

de Quervain, D. J., Roozendaal, B., Nitsch, R. M., McGaugh, J. L., & Hock, C. (2000). Acute cortisone administration impairs retrieval of long-term declarative memory in humans. Nature Neuroscience, 3(4), 313-314.  

Holger Walther (2015). Ohne Prüfungsangst studieren, 2. überarb. Aufl., UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz und München.