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Effektiv Lernen

So gelingt das Lernen auch in den Ferien

In den Ferien fallen gewohnte Routinen und Abläufe weg, die unseren Studienalltag strukturieren und vereinfachen. Gibt es keine geregelten Lernzeiten mehr, fällt es vielen schwerer, sich zu motivieren. Wir zeigen euch, worauf ihr achten könnt, um in den Ferien dranzubleiben, hilfreiche Lernroutinen zu entwickeln und euch trotzdem zu erholen.

Ostern steht vor der Tür und gleichzeitig das „Ferien-Dilemma“: Einerseits sind der Wunsch und das Bedürfnis da, die freie Zeit für Erholung zu nutzen, gleichzeitig möchte man die Zeit auch nutzen, um Hausübungen zu erledigen oder zu lernen, damit es später im Semester nicht zu stressig wird. Meistens führt dies dazu, dass uns das schlechte Gewissen plagt, und am Ende der Ferien hat man weder die freie Zeit genossen, noch ist beim Lernen viel weitergegangen. Um diesem Dilemma entgegenzuwirken, gibt es einen guten Trick: Lernroutinen.

Lernroutinen sind langfristige Verhaltensweisen, die ein regelmäßiges Lernen erleichtern und sicherstellen (Ünal 2021). Laut Kumar (2015) erzielen Studierende mit ausgeprägten Lerngewohnheiten bessere Noten im Studium. Lernroutinen helfen, den inneren Schweinehund zu besiegen und führen zu einer höheren Lernmotivation und zu einer positiven Lerneinstellung (Ünal 2021, Medezabal 2013). Wir geben euch Tipps, wie ihr die Ferien nutzen könnt, um neue Lernroutinen aufzubauen.

  • Tipp 1: Lieber kurz, dafür regelmäßig

Ist das Lernen noch nicht zur Routine geworden, benötigt der Anfang meistens viel Überwindung. Die Motivation kann erhöht werden, in dem ihr euch kleine Lerneinheiten vornehmt. Für die Entwicklung von Lernroutinen kann zunächst mit kleinen Sessions, beispielsweise von 15 Minuten, begonnen werden. Diese sollten dafür aber täglich stattfinden. Nach und nach könnt ihr die Lernzeiten dann erhöhen. Auch in den Ferien gilt, lieber täglich kleine Einheiten bewältigen anstatt einen riesigen Lernbrocken vor euch herzuschieben.

  • Tipp 2: Tägliche Ereignisse als Anker setzen

Wenn ihr das Lernen zu einer täglichen Routine machen möchtet, braucht es zunächst einen Startpunkt, verknüpft mit einer konkreten Handlung. Dabei helfen Wenn-dann-Pläne („Wenn Situation X auftritt, werde ich das Verhalten Y zeigen“). Diese psychologische Strategie zur Selbstregulation heißt Implementation Intentions (Gollwitzer 1993). Als Startpunkt eignen sich besonders konkrete Ereignisse in eurem Alltag, welche als Anker für die Handlung dienen sollen, wie zum Beispiel eine Mahlzeit, das morgendliche Aufstehen oder Zähneputzen. Um eine Routine einzuüben, führt ihr die gewünschte Handlung dann jeden Tag nach diesem Anker aus. Nach gut zwei Monaten – oder vielleicht auch schon früher – sollte das Lernen Teil eurer täglichen Routine geworden sein, d.h. ihr führt sie aus, ohne dass ihr darüber nachdenken müsst (Lally/Jaarsveld 2009).

  • Tipp 3: Lern- und Erholungszeiten trennen

Um gesund zu studieren, ist es wichtig, Ferien auch zur Erholung und Regeneration zu nutzen. Damit euch dabei nicht das schlechte Gewissen plagt, sollten Erholungszeiten und Lernzeiten ausgewogen balanciert und gut voneinander getrennt werden. Ist die erste kleine Lerneinheit schon abgeschlossen, kann danach die Zeit mit der Familie, Freunden oder in der Natur gleich noch mehr genossen werden. Neben der zeitlichen Trennung ist auch eine räumliche Trennung beispielsweise durch einen eigenen Arbeitsplatz empfehlenswert. Seid ihr in den Ferien nicht in euren eigenen Vier-Wänden, richtet euch, wenn möglich trotzdem von Anfang an einen Arbeitsplatz mit euren Lernmaterialien ein.


Hinweis: Wer es gewohnt ist, in der WU Bibliothek zu lernen, kann diese auch in den Osterferien benützen (außer an den Feiertagen). In vielen Gemeinden gibt es auch Büchereien, vereinzelt Co-Working Spaces oder ein nettes Café, sollte der Platz bei den Eltern oder Verwandten nicht ausreichen.

Ferien eigenen sich gut, um mit der Entwicklung von neuen Routinen zu beginnen und diese zu erproben. Lasst euch außerdem nicht davon verunsichern, wenn ihr das Lernen einmal vergesst – solange dies nicht regelmäßig und vor allem nicht an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen vorkommt, beeinflusst dies den Prozess der Routinenbildung nicht (Lally/Jaarsveld 2009).

Quellen

Gollwitzer, P. M., & Brandstaetter, V. (1997). Implementation intentions and effective goal pursuit. Journal of Personality and Social Psychology, 73, 186-199.

Lally, P./van Jaarsveld, C./Potts, H./Wardle, J. (2009). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology. 40 (6), 998-1009 (2010). https://doi.org/10.1002/ejsp.674

Kumar, S. (2015). Study habits of undergraduate students. International Journal of Education and Information Studies, 5(1), 17-24.

Mendezabal, M. J. N. (2013). Study habits and attitudes: The road to academic success. Open Science Repository Education. Online (open -access) doi: 10.7392/Education.70001928

Peker Ünal, D. (2021). Factors affecting study habits in higher education during the covid-19 pandemic. Anatolian Journal of Education, 6(2), 109-124.