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Effektiv Lernen

Zu müde oder zu aufgeregt, um zu lernen?


Sitzen Sie schläfrig vor Ihren Lernunterlagen und versuchen gerade ihre Prüfungsvorbereitung anzupacken oder rutschen Sie aufgeregt hin und her und versuchen sich jetzt doch endlich auf den Lernstoff zu konzentrieren? In diesem Artikel erfahren Sie, weshalb sowohl ein zu müder als auch ein zu aufgeregter Zustand für Ihre Konzentration beim Lernen hinderlich ist und wie Sie ein gutes Aktivierungslevel erreichen können, bei dem Sie gute Leistung erbringen.


Die Leistung steht in direktem Zusammenhang mit Ihrem Aktivierungslevel. Konkret bedeutet das, dass die maximale Leistung erst erbracht werden kann, wenn das eigene Energielevel beim Lernen hoch genug ist. Man könnte jetzt also denken, dass umso mehr geleistet werden kann, je aktivierter eine Person ist. Das stimmt aber auch nicht ganz, da auch der gegenteilige Fall eintreten kann: Wird das Aktivierungslevel zu hoch, so kommt es ab einem bestimmten Punkt zu einem Leistungsabfall. Das passiert, wenn Sie zu aufgeregt und zu gestresst sind, um fokussiert Lernen zu können. Dieses Phänomen haben Yerkes und Dodson schon 1908 entdeckt und mit der Yerkes-Dodson-Kurve beschrieben (vgl. Yerkes, Dodson).

(in Anlehnung an Yerkes, Dodson)


Was aber können Sie als Lernende/r tun, um das optimal Aktivierungslevel zu erreichen?


Wichtig ist, dass Sie selbst erkennen, wann Sie zu müde oder eben zu aufgeregt sind um sich tatsächlich auf die Lernunterlagen konzentrieren zu können. Wenn Sie das herausgefunden haben, können Sie Entspannungsübungen oder aber Aktivierungsübungen einsetzen, um das eigene Level zu beeinflussen und so vielleicht doch noch in eine fokussierte Lernsession starten zu können. Ideen, was Sie tun können, um sich zu aktivieren oder sich zu entspannen, haben wir hier gesammelt:


 Zu müde, um zu lernen? Ideen zur Aktivierung:
  • Nutzen Sie das aktive Gefühl nach dem Sport! Sport oder ein Spaziergang vor der Lerneinheit sind einfache Tricks, um sie selbst zu aktivieren und Müdigkeit entgegenzuwirken. 
  • Einfache, kurze Bewegungsübungen können Sie auch einfach zu Hause vor dem Lernen ausprobieren. In unserer Tippsammlung finden Sie dazu einige Übungen zur Aktivierung. 
  • Hilfreich kann es aber auch sein den Lernplatz zu wechseln - zum Beispiel an die Bibliothek. Auf dem Weg zur Uni können Sie einen Umweg über den Prater machen und so alle Sinne aktivieren. 

 Zu aufgeregt, um zu lernen? Ideen zur Entspannung:
  • Suchen Sie sich tendenziell ruhigere Orte um zu lernen, wenn Sie merken, dass Sie momentan eher aufgeregt sind. In der LC Bibliothek gibt es beispielweise besonders beruhigte Lernzonen (ohne PC, Handy, Musik…).   
  • Vielleicht haben Sie die richtige Entspannungstechnik für sich schon gefunden, falls nicht können Sie sich in unserer Sammlung an Entspannungsübungen einmal umsehen: Tipps zur Entspannung und Erholung. Meditation, aber auch Atemübungen können Sie auch direkt am Lernplatz einsetzen, um ihr Aktivierungslevel zu senken.  
  • Auch Tätigkeiten, die Sie gerne machen oder Hobbies können Ihnen dabei helfen sich zu entspannen. Egal ob Sie gerne kochen, stricken oder Musik hören – eine ruhige Tätigkeit kann ebenfalls bei der Entspannung helfen.  
     

Wenn Sie aber bemerken, dass auch die Übungen nichts nützen und Sie das geeignete Level gerade einfach nicht erreichen können, sollten Sie sich vielleicht überlegen, ob jetzt gerade der richtige Zeitpunkt für eine Lerneinheit ist. Vielleicht können Sie die Lerneinheit ja auf einen anderen Zeitpunkt verschieben? Gerade in intensiven Lernphasen kann es hilfreich sein, sich bei der Planung der Lerneinheiten vorab zu überlegen, welche Zeitslots über den Tag verteilt für das Lernen geeignet sind. Wenn die Lernzeiten zu Ihren Verpflichtungen und Gewohnheiten abseits des Studiums, aber auch zu Ihrem natürlichen Biorhythmus passen, fällt es Ihnen nämlich leichter mit dem Lernen zu beginnen.
 

Veranstaltungstipp: Der Workshop „Zeitmanagement – Organsiert durchs Studium“ wird im Rahmen der Learning Ergonomics Initiative kostenlos angeboten und beschäftigt sich neben der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Lernen auch mit der Erstellung von Lernplänen und der optimalen Vorbereitung auf eine Lerneinheit. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.



Quelle:

Yerkes, R.M. & Dodson, J.D.: The relation of strength of stimulus to rapidity of habit-formation. In: Journal of Comparative Neurology and Psychology, 18 (1908), https://doi.org/10.1002/cne.920180503