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Gesund Studieren...

Umgang mit Stress  

Mit einer praktischen Übung dem Druck ins Auge sehen

Unter Druck zu stehen und sich gestresst zu fühlen, gehört zum Alltag von Studierenden. Ein permanenter Pegel an Anspannung wird – wenn man von kürzeren Verschnaufpausen absieht – als „normal“ angesehen. Gewiss hilft uns ein gewisser Stresspegel, bevorstehende Aufgaben zu bewältigen. Bleibt er allerdings über einen längeren Zeitraum konstant hoch überlastet er unser System.

Druck und Belastung zeigen sich meist als schwere und diffuse Empfindung. Auch baut sich das Druckgefühl oft über einen längeren Zeitraum auf, so dass wir häufig gar nicht merken, wie stark es anwächst.

Was genau macht dieses Gefühl aus? Einerseits können es sehr konkrete Ereignisse sein, die „uns unter Druck setzen“. Eine bevorstehende Prüfung, zum Beispiel. Andererseits speist sich Stressempfinden auch aus unseren eigenen Einstellungen. Der Gedanke an eine Prüfung kann im Einzelfall noch mehr Stress auslösen, wenn ich z.B. an mich den Anspruch stelle, in Mindestzeit zu studieren oder nur hervorragende Noten zu erreichen. Mit diesen Ambitionen steigt der Leistungsdruck zusätzlich.

In der Fachsprache spricht man hierbei von „persönlichen Stressverstärkern“. Das aktuelle Stress-Geschehen setzt sich also jeweils aus mehreren Komponenten zusammen:

  1. Stressoren (äußerlich belastende Bedingungen, wie Arbeit, Konflikte, Zeitdruck, Leistungsanforderungen)
  2. Persönliche Stressverstärker (individuelle Motive und Einstellungen, wie z.B. Ungeduld, Perfektionismus, Kontrollstreben, etc.)

Erst die Kombination aus diesen beiden Faktoren löst eine konkrete Stressreaktion aus (körperliche und emotionale Aktivierung, Nervosität, Verspannungen, Schlafprobleme).

Bleiben diese Symptome über einen längeren Zeitraum bestehen, leidet nicht nur unser Immunsystem, sondern auch unsere Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit werden beeinträchtigt. Neben gesteigerter Nervosität, können bei dauerhaftem Druck auch Selbstzweifel und Zukunftsängste zum Vorschein kommen.

Es lohnt sich also, besonders in Hinblick auf den eigenen Studien- und Lernfortschritt, regelmäßig zu reflektieren:

 

TIPP vom Student Counselling Team: Identifizieren Sie aktuelle Stressoren und eigene, persönliche Bewertungen

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was neben einem Außenaspekt/einer Bedingung auch eigene Grundhaltungen/Überzeugungen sein könnten, die Ihr eigenes Stressempfinden verstärken? Nehmen Sie sich gleich einmal ein Blatt Papier und probieren Sie folgende Übung aus:

  • Unterscheiden Sie vorerst konkrete Lebensbereiche, um leichter herauszufinden, wo der „Schuh drückt“. Zeichnen Sie auf das Blatt folgende 6 Säulen: Soziales Umfeld / Job / Studium / Gesundheit / Materielles / Erwartungen
  • Nehmen Sie nun eine Gewichtung vor – je nachdem, wie stark Sie sich in einem Bereich belastet fühlen. Die zur Verfügung stehenden Maße sind: 0,5 kg / 1 kg / 2 kg / 5kg / 10 kg / 20 kg
  • Ordnen Sie jedem Bereich nur ein Maß zu! So wird das „diffuse Druckgefühl“ etwas konkreter.
  • Wählen Sie nun eine der Säulen aus – es muss nicht jene mit der meisten Belastung sein – und gehen Sie mit folgenden Überlegungen in die Tiefe: 
    • Was sind die konkreten, äußeren Faktoren in diesem Bereich, die mich derzeit unter Druck setzen?
    • Welche meiner Einstellungen und Werte tragen womöglich zu einer Verstärkung des Drucks bei?
    • Finden Sie Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können? Zeigen sich Einstellungen, die Sie ändern möchten?

Das erfordert nicht nur Zeit, sondern auch eine gute Portion Mut und Ehrlichkeit zu sich selbst. Sind diese Faktoren einmal identifiziert, finden sich leichter Lösungen für belastende Situationen.

 

Mit aktivem Stressmanagement gelassen durch‘s Studium

An der WU unterstützen Sie auch die Angebote des Student Counselling Programms. Dort finden Sie persönliche Beratung in belasteten Situationen sowie regelmäßige Workshops und Talks zum Thema „Stressmanagement“.

Verwandeln Sie mit regelmäßiger Reflexion Gefühle der Hilflosigkeit in Ansätze für konkrete Handlungsoptionen und lösen Denkblockaden auf. So kommen Sie zügiger und erfolgreicher durch bevorstehende Lernphasen.

 

Quelle:

Kaluza, Gert (2011). Stressbewältigung. Springer Verlag.